Magdeburg l Maik Franz bekam nach dem 1:1 in Dresden zahlreiche Anrufe. Der Tenor war meistens gleich. „Es ging darum, dass wir immer wieder späte Gegentreffer kassieren“, sagt der Sportchef des 1. FC Magdeburg. Im Ostderby war das erneut der Fall. Bis zur 86. Minute führte der FCM mit 1:0, musste nach dem Ausgleich aber wieder eine späte Enttäuschung verdauen.

Es war nicht das erste Mal, dass es dem Club in dieser Saison so erging. Bereits sechsmal musste das Team nach der 85. Minute entscheidende Treffer hinnehmen. Besonders bitter: Der FCM kassierte in Kiel (1:2), gegen Regensburg (2:3), in Fürth (2:3) und Duisburg (0:1) jeweils spät einen Treffer, der gleichbedeutend mit einer Niederlage war. Nach der Fürth-Partie, seinem Debüt als FCM-Trainer, sagte Michael Oenning: „Wir müssen in der entscheidenden Phase konzentrierter sein.“

Zehn Punkte vergeben

Durch die Gegentore kurz vor dem Abpfiff vergab der Club in dieser Saison bisher zehn Punkte. „Es fühlt sich sogar so an, dass wir noch viel häufiger späte Gegentore kassiert hätten“, stellt Franz fest. Der Grund liegt auf der Hand: Solche Enttäuschungen bleiben länger im Gedächtnis, daran erinnert man sich auch nach Monaten noch.

Der FCM hatte in dieser Saison allerdings nicht nur Pech: In Paderborn beim 4:4 am sechsten Spieltag erzielte Philip Türpitz in der Nachspielzeit den Ausgleich, drei Spieltage danach fiel das 2:2 im Hinspiel gegen Dresden durch Marius Bülter ebenfalls nach der 90. Minute.

Motivation für den Endspurt

Deshalb sagt Franz: „Wir müssen uns vor Augen halten, wie die Bilanz der späten Gegentreffer, die für das Ergebnis wirklich relevant sind, aussieht. Wir haben sechsmal Punkte verloren, zweimal aber auch Zähler gewonnen.“

Und genau diesen Schiefstand will der Sportchef nutzen – für eine Portion Extra-Motivation im Saisonendspurt. „Es sollte jetzt unser Anspruch sein, diese Bilanz bis zum Saisonende ins Positive zu drehen. Wir haben noch acht Spiele, in denen das möglich ist“, betont er. „Dafür müssen wir aber in allen Bereichen noch konsequenter sein.“

Am 29. März kommt Heidenheim

Ein Anfang für einen erfolgreichen Saisonendspurt sei in Dresden gemacht worden. „Auch wenn wir nach dem späten Ausgleich enttäuscht waren – die Art und Weise, wie das Team auftrat, war sehr gut“, sagt er. Und: „Wir müssen jetzt in der Länderspielpause genauso fokussiert bleiben, wie das vor dem Dresden-Spiel der Fall war.“ Das Heimspiel am 29. März gegen den Tabellensechsten 1. FC Heidenheim sei eine Chance. „Wir haben die Möglichkeit, vorzulegen und unsere Ausgangslage deutlich verbessern“, so Franz.

Jan Kirchhoff, zuletzt in Dresden der Kapitän, sagt: „Wir haben gegen Aue und in Ingolstadt gezeigt, dass wir einen Vorsprung auch verteidigen können.“

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