Düsseldorf l Nach dem 0:0 in Düsseldorf gegen den KFC Uerdingen gingen die Spieler des 1. FC Magdeburg zu ihren Fans in die Gästekurve. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches und eine Tradition nach jeder Partie.

Fans nehmen Mannschaft in die Pflicht

Doch am Freitagabend war etwas anders: Anstatt die Spieler wie sonst zu feiern, gab es nach dem schwachen Auftritt eine klare Ansage. Zwar wurde betont, dass die Anhänger fest zur Mannschaft stehen. Es gab aber direkt im Anschluss an diese Worte auch Forderungen: Das Team müsse kämpfen und mit Leidenschaft zusammenstehen. „Wollt ihr in Stadien wie Düsseldorf mit uns im Rücken fahren – oder wieder Amateurfußball spielen?“, schallte es aus dem Fanblock.

Diese Sätze verfehlten ihre Wirkung nicht, niedergeschlagen drehten sich die Spieler um und trotteten in Richtung Kabine.

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Kapitän Beck gibt sich selbstkritisch

Der Unmut wächst – bei den Fans, aber auch bei den FCM-Spielern selbst. Nach der spielerisch grauenvollen Vorstellung gegen Uerdingen saß der Stachel tief. „Es war kein gutes Spiel von uns. Wir haben uns kaum Chancen herausgespielt. Uerdingen war schlagbar, umso nerviger ist es, dass wir eine solche Leistung abgeliefert haben“, sagte Christian Beck, der selbstkritisch ergänzte: „Ich bin auch mit meiner eigenen Leistung nicht zufrieden, da muss mehr kommen.“

Das Thema Unentschieden kann der FCM-Kapitän unterdessen nicht mehr hören. „Es ist zwar besser, als wenn wir verlieren würden. Unentschieden bringen uns aber trotzdem nicht wirklich weiter“, sagte Beck.

Unentschieden-Serie bringt FCM nicht voran

Die Statistik gibt ihm recht: Der FCM ist zwar seit zehn Spielen ungeschlagen, hat davon aber siebenmal unentschieden gespielt. In der Tabelle hat der Club 16 Punkte aus elf Partien geholt – zu wenig für die eigenen Ansprüche.

Auch Trainer Stefan Krämer war nach dem Spiel bedient, fand ungewohnt deutliche Worte: „Im Ballbesitz waren wir diesmal richtig schlecht, viel zu fahrig. Dadurch sind wir nicht in ein strukturiertes Offensivspiel gekommen, haben keine Umschaltsituationen gehabt“, ärgerte er sich. Und: „Im Spiel mit dem Ball war es bisher das Schlechteste, seitdem ich Trainer in Magdeburg bin.“

Besonders erschreckend waren die zahlreichen einfachen Ballverluste. Selbst unbedrängt wurde der Ball häufig nicht zum Mitspieler gebracht. „Wir mussten zu viel Defensivarbeit verrichten, weil der Ball, wenn wir ihn mal hatten, zu schnell wieder weg war“, betonte Mittelfeldspieler Rico Preißinger. „In der Schlussphase fehlten uns dann die Körner, um offensiv noch Akzente setzen zu können.“

Keine Spielidee erkennbar

Die Partie gegen Uerdingen war auch deshalb ein bitterer Rückschlag, weil sich der FCM nach dem 3:0 zuletzt zu Hause gegen Würzburg deutlich weiter wähnte. Doch von Fortschritt war in Düsseldorf nichts zu sehen. Im Gegenteil: Eine Spielidee war nicht erkennbar, viele Spieler wussten nicht, was sie machen sollten, wenn sie den Ball am Fuß hatten. „Ab der 80. Minute wirkte es so, als ob sich beide Mannschaften auf das 0:0 geeinigt hätten“, sagte Offensivspieler Sören Bertram.

Ein bekanntes Problem trat auch gegen Uerdingen zum Vorschein: Wie schon so oft in dieser Saison wurden die Außenspieler nicht gezielt in Szene gesetzt. Sirlord Conteh konnte auf der rechten Seite nur selten sein Tempo aussspielen, hatte allerdings dann, wenn er mal am Ball war, auch Probleme, die Kugel technisch zu beherrschen. Auch die Einwechslungen von Manfred Osei Kwadwo und Tarek Chahed verpufften.

Krämer kritisiert Spielaufbau

Der spielerisch ganz dünne Auftritt ließ in Düsseldorf Fans, Spieler und den Trainer gleichermaßen frustriert zurück. „Wir müssen uns im Offensivspiel deutlich verbessern“, forderte Krämer.

Der Coach wollte damit aber keinesfalls nur seine Stürmer in die Pflicht nehmen. Denn: „Das ist eine Aufgabe der gesamten Mannschaft, so wie auch das Defensivverhalten, das bei uns gut ist, ein Thema des ganzen Teams ist. Gerade der Spielaufbau aus der Abwehr heraus war gegen Uerdingen nicht gut.“

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