Magdeburg l Claus-Dieter Wollitz hielt es nicht an der Seitenlinie. Der Trainer des 1. FC Magdeburg lief gestern nach dem 1:1 in der Nachspielzeit beim SV Waldhof Mannheim kurzerhand auf den Rasen, umarmte Jürgen Gjasula herzlich. „Ich identifiziere mich seit dem 2. Januar zu 100 Prozent mit dem Club. Deshalb zeige ich solche Emotionen“, begründete Wollitz.

Etwas weiter vorne feierte unterdessen Torschütze Sören Bertram, ging auf Vorlagengeber Manfred Osei Kwadwo zu und nahm ihn ganz nah zu sich heran. Die Erleichterung war den Spielern deutlich anzumerken. Nur knapp schrammte die Mannschaft nach dem unglücklichen 1:2 zuletzt gegen Zwickau an einer erneuten Enttäuschung vorbei. „Es war ganz schön emotional am Ende, es war für uns ganz wichtig. Wir haben Moral bewiesen und hochverdient einen Punkt mitgenommen“, sagte Bertram. Denn: „Wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht. Mannheim ist einer der besten Mannschaften der 3. Liga, steht zu Recht da oben.“

Und fast hätte der Club sogar noch ein zweites Tor gemacht – doch nach einer Ecke verpassten Gjasula und Daniel Steininger einen gefährlichen Abschluss. „Das wäre möglicherweise zu viel des Guten gewesen. Trotzdem können wir aus dieser Partie viel mitnehmen“, betonte Bertram.

FCM fällt nicht ins Leistungsloch

Was er meint: Der FCM bot gegen einen hoch eingeschätzten Gegner eine engagierte Leistung, ließ kaum Chancen zu. Und der Club fiel nach dem Rückstand durch Valmir Sulejmani (53.) nicht in ein Loch. Im Gegenteil: Die Gäste spielten weiter nach vorne, ließen nicht nach und wurden dafür am Ende belohnt. „Nach dem Rückstand war ich gespannt, wie die Mannschaft reagieren würde“, sagte Wollitz. „Die Jungs haben eine sehr gute Körpersprache gezeigt, waren schon in der Halbzeitpause viel positiver als noch vor einer Woche gegen Zwickau.“

Alleine in der Offensive blieb das Wollitz-Team über weite Strecken viel schuldig. Das räumte auch der Coach ein: „Die Flanken waren nicht präzise. Daran arbeiten wir, das gilt es zu verbessern. Das ist Teil eines Prozesses, der vorangeht. Wir brauchen aber viele kleine Schritte, um ein großes Stück voranzukommen.“

Sören Bertram ist davon überzeugt, dass dieses späte Tor, dass dieser Ausgleich für den weiteren Saisonverlauf aber noch ganz wichtig werden kann. „Für den Kopf wäre es extrem schlecht gewesen, wenn wir mit zwei Niederlagen gestartet wären“, sagte er. „Wir haben gesehen, dass wir die Körner haben, über 90 Minuten dranzubleiben und Druck zu machen.“

Der Stürmer gab dann auch zu, dass er in seinen Schuss eine gewaltige Portion Frust mit hineingelegt hatte. „Nach den vielen vergebenen Chancen gegen Zwickau wollte ich unbedingt treffen. Zum Glück habe ich mich und die Mannschaft belohnen können“, erzählte er.

Frustriert war zwischenzeitlich Jürgen Gjasula, der als Denker und Lenker im defensiven Mittelfeld ein gutes Spiel machte. „Mannheim hatte wie zuvor Zwickau kaum Chancen. In beiden Spielen wurden wir sofort bestraft. Da fragt man sich schon, was man getan hat“, sagte er. Aber: „Wir haben uns als Einheit präsentiert und das Tor erzwungen. Es war ein Treffer, den wir unbedingt wollten.“

Extralob für Rother und Osei Kwadwo

Ein Extralob hatte Trainer Wollitz noch für die eingewechselten Manfred Osei Kwadwo und Björn Rother parat: „Beide haben es sehr gut gemacht. Der Wechsel von Björn hat sich ausgezahlt, weil er eine enorme läuferische Qualität auf den Platz gebracht hat. Manfred hat sich mit der Vorlage vor dem Ausgleich belohnt. Das kann ihm Auftrieb geben.“

Klar ist aber auch: Der Punkt war beim Blick auf die Tabelle enorm wichtig. Denn mit jetzt 28 Punkten beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den momentan der Chemnitzer FC belegt, nur noch vier Zähler.

Mehr Infos gibt es im FCM-Blog