Aue l Nach dem Abpfiff in Aue gab es für Dennis Erdmann kein Entkommen. Er musste zur Dopingprobe. Doch da der Defensiv-Spieler beim 0:0 rund zehn Kilometer bei warmen Temperaturen gelaufen war, musste er die Dopingprobe einige Minuten schuldig bleiben. Also wurde Erdmann vom Kontrolleur auf Schritt und Tritt verfolgt, selbst Wasser durfte er sich nicht ohne Aufsicht holen, Co-Trainer Ronny Thielemann musste ihn dabei unterstützen.

Souveräner Abwehrchef

So schwer es Erdmann nach der Partie hatte, so souverän meisterte er aber in den 90 Minuten zuvor seine Rolle als Abwehrchef. FCM-Trainer Jens Härtel überraschte mit der Personalie, waren in der Vorbereitung doch vor allem Nico Hammann oder Richard Weil in der Zentrale der Dreierkette die ersten Optionen. Beide saßen in Aue aber nur auf der Bank.

Erdmann selbst war zufrieden, wie er seine defensiven Chefrolle ausgefüllt hatte. „Wir haben nicht viel zugelassen und Aue als gesamte Mannschaft gut wegverteidigt“, sagte er. „Mir ist es leicht gefallen, mit den Jungs zu kommunizieren. Ich habe mein Hauptaugenmerk auf die Motivation meiner Mitspieler gelegt, habe sie gepusht. Das hat in den vergangenen Spielen ein bisschen gefehlt.“

Laut auf dem Platz

Diese Lautstärke und die Führungsqualitäten lebte Erdmann deutlich sichtbar aus. Er breitete oft beide Arme aus, achtete darauf, dass die Dreierkette zusammenblieb. In Spielunterbrechungen feuerte er seine Kollegen an. Genau diese Kommunikation forderte Härtel vor der Aue-Partie.

Von seiner neuen Position erfuhr der Spieler mit der Rückennummer 13 allerdings erst spät. Wen der Coach wo aufstellt, verrät er traditionell kurzfristig. „Ich habe davon am Abend vor dem Ostderby erfahren“, berichtete Erdmann. „Ich habe zuvor sehr präsent trainiert und alles gegeben, um mich für die Startelf zu empfehlen. Mich hat es natürlich gefreut, dass ich die Möglichkeit bekommen habe und das Vertrauen zurückgeben konnte.“

Erdmann fühlt sich in der Abwehr besonders wohl, betont aber gern, dass er mehrere Positionen spielen kann. „Ich kann in der Verteidigung links, rechts, in der Mitte oder auch im defensiven Mittelfeld auflaufen. Mir ist wichtig, dass ich spiele.“ Und dann folgte eine Kampfansage: „Wenn ich als Abwehrchef noch ein, zwei Partien mache, dann bin ich richtig drin und noch ekliger.“

Klare Worte zur Offensivschwäche

Der 27-Jährige ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Deshalb findet er auch klare Worte, wenn es um die spielerisch dünne Vorstellung des FCM in Aue geht. „Wir müssen das Level erhöhen. Verteidigen können wir, wichtig ist jetzt die Ballsicherung. Wenn die Bälle relativ schnell weg sind, ist es als Team schwer, eine gewisse Ordnung reinzubekommen. Wir haben allerdings auch erst den 2. Spieltag.“

Der Club hatte in der Offensive das Problem, dass Stürmer Christian Beck viel zu oft auf sich alleine gestellt war. Erdmann: „Wir müssen besser nacharbeiten. Der Ball muss in den Strafraum kommen, dort müssen dann aber auch mehrere Spieler von uns sein. Wir brauchen nicht nur über Christian Beck zu reden. Er versucht alles, kann nicht jeden Ball festmachen. Entweder rücken die Außenspieler rein oder ein Sechser geht nach vorne.“

Im DFB-Pokal am Freitag (20.45 Uhr) gegen Liga-Konkurrent Darmstadt 98 bietet sich die Chance, es besser zu machen. „Wir spielen nicht gegen Bayer Leverkusen oder Bayern München. Darmstadt ist kompakt und eklig. Wir müssen den nächsten Schritt machen, um offensiv präsenter zu sein“, gibt Dennis Erdmann vor.

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