Magdeburg l Den ersten Paukenschlag gab es beim Heimspiel des 1. FC Magdeburg gegen Türkgücü München schon gut eine Stunde vor dem Anpfiff mit der Veröffentlichung der Aufstellung. Thomas Hoßmang reagierte auf den Fehlstart in der 3. Liga und stellte sein Team mehrfach um. Größte Überraschung: Mit Christian Beck und Jürgen Gjasula setzte der FCM-Coach seinen Kapitän und dessen Stellvertreter auf die Bank. Der erfahrene Sören Bertram stand gar nicht erst im Kader. Hoßmang wollte damit in Mittelfeld und Angriff für neue Akzente sorgen.

Und dieser Plan ging auf. Die Umstellungen brachten den erhofften neuen Schwung und die Blau-Weißen setzten sich verdient gegen den zuvor ungeschlagenen Drittliga-Neuling mit 2:0 (1:0) durch. Andreas Müller brachte die Magdeburger nach 31 Minuten in Führung, der eingewechselte Kai Brünker machte mit dem 2:0 (81.) den Deckel drauf.

Erstes Profitor für 20-jährigen Müller

Mit vier neuen Spielern in der Startformation – auch Dominik Ernst gehörte nach über sechsmonatiger Verletzungspause erstmals wieder zur ersten Elf – und einer System-umstellung von 4-4-2 auf 4-3-3 startete der FCM mutig, mit viel Zug nach vorn und sicherte sich damit auch die lautstarke Unterstützung der 5100 Fans von den Rängen.

Der FCM attackierte früh und setzte wie geplant den Gegner unter Druck. Doch wirklich gefährliche Chancen spielte sich der Tabellenletzte, der sich mit dem ersten Saisonsieg zunächst auf Rang 14 verbessert, zunächst nicht heraus. Auf der Gegenseite gab es hingegen fast wieder den Schockmoment, als Aaron Berzel den Ball zunächst nach einer Ecke knapp am Tor vorbeischoss (22.). Noch gefährlicher wurde es, als Torjäger Petar Sliskovic eine Ecke an den Außenpfosten köpfte (30.).

Das erste Tor fiel dann im Gegenzug aber für die Blau-Weißen. Der offensiv sehr agile Andreas Müller schlich sich auf der linken Seite clever davon und flankte in die Mitte. Und seine scharfe Hereingabe landete zum 1:0 in den Maschen (31.) – der erste Treffer im Profibereich für den 20-jährigen Neuzugang von Astoria Walldorf. Türkgücü-Keeper René Vollath hatte nur Augen für den vor dem Tor lauernden Maximilian Franzke.

Der Treffer gab dem FCM Aufwind, so dass er bis zur Pause weiter am Drücker war und mit Applaus in die Kabinen verabschiedet wurde. Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel zunächst ausgeglichen. Nach 55 Minuten hatte dann der FCM die erste große Chance im zweiten Durchgang, ließ das 2:0 jedoch liegen. Nach guter Kombination über Ernst und Franzke scheiterte Adrian Malachowski aus kurzer Distanz am gut haltenden Vollath. Auch nach dieser Möglichkeit blieb der FCM, der offensiv ein ganz anderes Gesicht zeigte, am Drücker. Einziges Manko: Die Chancen wurden nicht genutzt. Denn Rapahel Obermair, der nach starkem Pass von Tobias Müller frei durch war, schob die Kugel haarscharf am Tor vorbei (70.).

Doch letztlich machte Hoßmang personell auch mit seinen Einwechslungen alles richtig. Denn nach Vorarbeit von Gjasula traf Brünker, beide kamen im Durchgang zwei, per Kopf zum entscheidenden 2:0 kurz vor dem Ende.