Paderborn l Erschreckend schwach präsentierte sich der 1. FC Magdeburg im Auswärtsspiel beim SC Verl und kassierte verdient eine 1:3 (0:1)-Niederlage. Defensiv waren die Magdeburger viel zu anfällig und bekamen die Torschützen Zlatko Janjic (7./51.) und Berkan Taz (53.) kaum in den Griff, offensiv kam viel zu wenig – und der Anschluss von Andreas Müller (65.) zu spät.

Die Gründe für den schwachen Auftritt müssen nun gefunden werden. Das Personal zumindest war fast identisch zum vorherigen 2:0-Sieg gegen Türkgücü München. FCM-Coach Thomas Hoßmang vertraute auch beim Gastspiel in der Paderborner Benteler-Arena wieder den jungen Spielern, die zuvor überzeugten. Einzig Alexander Bittroff rückte neu in die Mannschaft und ersetzte Rechtsverteidiger Dominik Ernst, der nach seiner langen Verletzungspause und seinem Einsatz zuletzt geschont wurde.

Frühes Tor für Verl

Beim Geisterspiel in Ostwestfalen ließ sich der FCM von Beginn an hinten reindrücken. Die Verler durften um den Strafraum herum spielen und hatten dabei nach sieben Minuten erstmals zu viel Platz. Philipp Sander flankte von der rechten Seite, und Janjic köpfte völlig unbedrängt zum 1:0 für den SC Verl ein. Da stimmte in der zuletzt stabilen FCM-Defensive die Zuordnung absolut nicht, was den Gästen den Start ordentlich vermasselte.

Nach dem Führungstor gingen die Verler weiter früh drauf und setzten den FCM unter Druck. Entlastung gab es für die Magdeburger selten. Und wenn, dann waren die Torannäherungen wie ein Schuss aus der Drehung von Andreas Müller (12.) eher harmlos. Die Gastgeber blieben, ohne unheimlich viel zu investieren, am Drücker. Angriffsversuche des FCM erstickten meist schon im Keim.

Gefährlich wurde es stattdessen wieder vor dem eigenen Tor, jedoch parierte FCM-Schlussmann Morten Behrens gut gegen Berkan Taz, der auf der linken Seite zu viel Platz hatte (35.). Die letzte Szene der ersten 45 Minuten war dann bezeichnend dafür, dass es für die Blau-Weißen ein sehr gebrauchter Tag werden sollte. Taz durfte an der Strafraumkante dribbeln und auch abschließen – erneut war Behrens zur Stelle. Das einzig Positive zur Pause aus FCM-Sicht: Es stand nur 0:1.

Start in die zweite Halbzeit verschlafen

Doch das hatte im zweiten Durchgang nicht lange Bestand. Der FCM verschlief die Startphase in den zweiten Durchgang völlig und kassierte innerhalb von drei Minuten zwei weitere Gegentreffer zum 0:3. Zunächst bediente Taz Stürmer Janjic, der sein zweites Tor des Tages erzielte (51.), kurz danach traf auch Taz nach Vorlage von Aygün Yildirim (53.).

Über einfache Flanken ließ sich die Magdeburger Hintermannschaft viel zu leicht überwinden. Doch die Gäste brachen zumindest nicht völlig auseinander. Sie investierten anschließend wieder mehr und kamen durch das zweite Saisontor von Müller (65.) zum 1:3-Anschluss. Mit den eingewechselten Kai Brünker und Luka Sliskovic war die Offensive zwar etwas präsenter, doch weitere Großchancen gab es nicht wirklich. Stattdessen rettete bei einem Konter hinten einmal mehr Behrens gegen Lars Ritzka (78.).

Der FCM machte in der Schlussphase, auch mit dem eingewechselten Christian Beck, weiter Druck. Doch es fehlte die letzte Entschlossenheit, noch zum Anschluss geschweige denn zum möglichen Ausgleich zu kommen. Damit war am 6. Spieltag bereits die vierte Niederlage des FCM besiegelt.