Magdeburg l Björn Rother hat momentan viel Zeit zum Nachdenken. Der Mittelfeldspieler des 1. FC Magdeburg hält sich wie seine Mannschaftskollegen wegen der Corona-Krise im Home-Office fit. Doch die Läufe und das Krafttraining nehmen nur einen geringen Teil des Tages ein. „Die Ungewissheit ist groß. Keiner weiß genau, wann und ob es in dieser Saison noch mal weitergeht“, sagt er.

Für den 23-Jährigen ist die Situation doppelt schwierig, schließlich läuft Ende Juni sein Vertrag aus. „Eigentlich wäre jetzt wohl alles klar gewesen, die Planungen der Vereine und auch der Spieler weit vorangeschritten. Wegen der Corona-Krise liegt aber alles auf Eis“, erzählt er.

Einige Fußballer könnten arbeitslos werden

Natürlich macht sich Björn Rother Gedanken, wie und ob es für ihn beim FCM weitergeht. „Das ist für mich und viele andere Spieler gerade nicht einfach. Es ist gut möglich, dass einige Spieler im Sommer arbeitslos sind“, betont er. Und: „Machen wir uns nichts vor, wir sind in der 3. Liga. Auch wenn wir gutes Geld verdienen, könnten auch wir eine Arbeitslosigkeit nicht so leicht wegstecken.“

Und nicht nur für die Spieler, deren Vertrag ausläuft, ist die Lage angespannt. In den beiden Bundesligen und in der 3. Liga kämpfen viele Vereine momentan ums wirtschaftliche Überleben. Nicht ausgeschlossen, dass Spieler trotz vertraglicher Bindung gehen müssen, wenn ein Verein in die Insolvenz geht. „Das sind Begleiterscheinungen, die vor vier, fünf Wochen noch weit entfernt waren“, sagt Rother zwar, ergänzt aber: „Klar ist auch, dass es momentan für alle Menschen schwierig ist. Allen voran gilt es jetzt, dass das Virus eingedämmt wird.“

Rother unterstützt Linie des FCM

Der Mittelfeldspieler lobt die Linie des FCM, der die Vorgaben der Behörden sehr ernst nimmt. Am Mittwoch wurde das Kontaktverbot bis zum 3. Mai verlängert. „Die Linie des Vereins ist menschlich und empathisch. Ich hätte kein gutes Gefühl, wenn wir durch Deutschland reisen und Fußball spielen, während manche Menschen weiter unter dem Virus leiden“, stellt er klar.

Auch der von FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik angeregte Saisonabbruch ist für Rother nachvollziehbar. „Sobald die Gesundheit und Existenzen in Vereinen durch eine Fortsetzung mit Geisterspielen gefährdet sind, sollte es einen Cut geben“, betont er. „Ich finde es schade, dass es diesbezüglich in der 3. Liga keine einheitliche Linie gibt. Ich würde mir mehr Solidarität im Sinne der Gesundheit wünschen.“

Freizeit mit Freundin und Hund

Doch die ungewohnte Freizeit hat auch Vorteile: Da Rother und seine Freundin meistens in Magdeburg zu Hause sind, haben sie etwas mehr Zeit für ihren erst sechsmonatigen Hund Simba. „Wir können ihn ganz gezielt erziehen. Da Simba noch so jung ist, muss er gerade jetzt viele Sachen lernen. Es macht Spaß, die Fortschritte zu sehen“, sagt Rother. „Wir sind auch viel an der frischen Luft, trainieren im Garten oder gehen laufen. Meine Freundin ist auch fitnessbegeistert.“

Bei allem Verständnis für die momentanen Einschränkungen ist aber auch klar, dass Rother den Fußball vermisst: „Natürlich würde ich gerne wieder gegen den Ball treten, mit den Jungs gemeinsam in der Kabine sitzen. In dieser Zeit gilt es aber in erster Linie, vernünftig zu sein und nicht vorschnell Lockerungen der Beschränkungen zu fordern.“

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