Magdeburg l Eigentlich mag Christian Beck Statistiken. Der Kapitän des 1. FC Magdeburg hat schließlich einiges vorzuweisen. Er erzielte für den FCM immerhin 141 Tore in 270 Partien. In den vergangenen Saisons traf er immer zweistellig, wurde Torschützenkönig in der Regionalliga und in der 3. Liga. Auch in dieser Saison erzielte der 31-Jährige bereits sechs Tore, verbuchte drei Vorlagen.

Letzter Treffer Ende September

Doch die Erfolgsbilanz bekam zuletzt Risse. Der Ball wollte einfach nicht mehr über die Linie. Seit seinem Treffer beim 3:0 im Heimspiel gegen Würzburg am 27. September, seit mittlerweile 500 Minuten wartet Beck auf einen Treffer.

Am meisten genervt von dieser Durststrecke ist der Stürmer selbst: „Natürlich beschäftigt mich das. Aber es bringt ja nichts, ich muss immer weitermachen, dann werde ich auch bald wieder treffen.“

Beck hatte einige Chancen

Doch was eben ungewöhnlich ist: Beck hatte in den vergangenen Wochen durchaus zahlreiche Gelegenheiten – manchmal fehlten wie in Köln und München nur ein paar Zentimeter, als er das Aluminium traf. Doch es gab eben auch klare Chancen, die er normalerweise sicher verwandelt, wenn er mit Selbstvertrauen ausgestattet ist.

Genau dieses Selbstvertrauen fehlt ihm im Moment. Es ist ein schmaler Grat – zwischen der für einen Torjäger wichtigen Lockerheit und der unweigerlich irgendwann auftretenden Verkrampfung.

Beck setzt auf Erfahrung

Kraft zieht der Kapitän aus seiner Erfahrung: Schließlich hat Christian Beck in seiner Zeit beim FCM schon ganz andere Phasen ohne Tor überstanden. In der vergangenen Saison wartete er beispielsweise von Mitte Dezember bis Ende April auf einen Liga-Treffer. Als der Knoten dann beim 2:1 gegen Fürth geplatzt war, traf er prompt auch in der folgenden Partie in Bochum (2:4). „Ich habe beim FCM immer meine Tore gemacht – und werde es auch jetzt wieder meinen Kritikern zeigen. Am besten schon gegen Unterhaching“, versichert der Offensivspieler.

Dabei helfen soll der eine oder andere mentale Kniff. „Ich versuche, aus den Toren im Training Kraft zu ziehen. Je häufiger ich im Training treffe, desto besser fühle ich mich dann auch im Spiel“, sagt er und verrät: „Hin und wieder schaue ich mir auch frühere Treffer auf Video an. Das gibt mir zusätzlich Selbstvertrauen.“

Trainer Krämer spricht Mut zu

Unterstützung erhält Beck von Trainer Stefan Krämer, der zu seinem Kapitän steht: „Ich habe Christian gesagt, dass ich ihn nicht nur an Toren messe. Gut ist, das er deutlich aktiver gegen den Ball arbeitet als noch zu Beginn der Saison.“

Beck ist tatsächlich nicht ausschließlich der klassische Mittelstürmer, der im Strafraum auf die entscheidende Flanke wartet. Er geht auf dem Rasen weite Wege, gewinnt Kopfballduelle und zieht Abwehrspieler auf sich. „Dadurch schaffe ich Platz – beispielsweise für Sören Bertram“, erklärt der Stürmer.

Für Trainer Krämer geht es jetzt darum, die richtige Balance zu finden. „Christian darf sich nicht zu sehr aufreiben, sonst fehlen ihm im Abschluss ein paar Körner“, sagt er. Und ganz unabhängig davon ist der 52-Jährige fest davon überzeugt, dass Christian Beck schon bald wieder einen eigenen Treffer bejubeln wird. Denn: „Jeder Stürmer auf der Welt, egal auf welchem Niveau, hat in seiner Laufbahn Phasen, in denen er nicht trifft. Christian hatte das auch schon und hat sich davon nicht beirren lassen. Er hat die Qualität, jederzeit zu treffen.“

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