Magdeburg l Nach dem Abpfiff ließ Sören Bertram seinen Emotionen freien Lauf. Er hatte ein paar Tränen auf der Wange, als ihn das Trainergespann zur Seite nahm. FCM-Coach Thomas Hoßmang redete nach dem 1:1 (1:0) gegen Hansa Rostock am Mittwochabend auf seinen Offensivmann ein. „Es war für ihn wichtig, wieder ein Teil der Mannschaft zu sein“, betonte Hoßmang.

Denn der 29-jährige Linksfuß stand nach seiner Suspendierung erstmals nach einem Monat wieder auf dem Platz. Und fügte sich nach seiner Einwechslung (58.) gut ein. „Er hat das nach der langen Pause ordentlich gemacht“, lobte sein Trainer. „Er hat die Bälle gesichert und ist tiefe Wege gegangen.“ Zudem bediente er mit einer starken Flanke Christian Beck, der nach 82 Minuten den 2:1-Siegtreffer verpasste.

Beck: "Endlich hört das Gequatsche auf"

Und dennoch lächelte der Kapitän nach dem Abpfiff. Denn nach bislang zehn Spielen ohne Treffer und zuletzt drei Partien als Bankwärmer beendete der 32-Jährige seine Torflaute. „Ich habe mir das erarbeitet. Endlich hört jetzt das Gequatsche auf“, kommentierte er auch die zuletzt aufkommende Kritik an ihm. Denn mit seinem Treffer belehrte er alle Zweifler eines Besseren. Obwohl ihn der agile Sirlord Conteh mit einer Flanke nicht ideal bedient hatte, „habe ich das gemacht, was ein Stürmer machen muss“, schätzte er lächelnd seinen Treffer zum 1:0 ein. Nämlich gut nachgesetzt und den Ball dann flach – vorbei an vier Hansa-Verteidigern – in die lange Ecke geschossen.

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„Es freut mich für ihn, weil er ein bisschen hinten dran war“, sagte Hoßmang, der in den vergangenen Tagen viele Gespräche mit seinem Kapitän führte und ergründete, woran sein Formtief gelegen hat. Und die Ursachen scheinen gefunden und behoben wurden zu sein, denn: „Er hat gezeigt, wie wichtig er sein kann“, lobte der Coach und war auch von seinem Fleiß in der Rückwärtsbewegung angetan. „Ich war von Anfang an heiß“, so Beck.

Seit drei Spielen kein Sieg

Doch sollte die Mannschaft künftig nicht noch ein bisschen „heißer“ werden? Denn beim 1:1 gegen Rostock hatten die Magdeburger zwar nicht verloren. Das dürfte vermutlich aber langfristig nicht reichen, um den Tabellenkeller hinter sich zulassen. Auch wenn die Leistungen nicht so schlecht waren, gab es in den vergangenen drei Spielen keinen Sieg.

Wobei der ja drin war, hätten die sehr auffälligen Conteh und Luka Sliskovic ihre Chancen vor der Pause genutzt. „Das sind alles nur Menschen“, wollte ihnen der Trainer die Abschlussschwäche nicht ankreiden. „Sie haben viel gearbeitet“, lobte er die offensiven Aktivposten neben Beck und später Bertram. Die Hoffnung der Fans liegt jetzt natürlich auch darauf, dass der „B&B-Sturm“ (zusammen 21 Tore in der Saison 2019/20) zu alter Stärke findet und wieder für FCM-Siege sorgt. Vielleicht schon morgen um 14 Uhr, wenn beim FSV Zwickau das nächste Ostduell ansteht. „Da wollen wir den Punkt vergolden“, gibt sich Beck nach dem Ende seiner Torflaute angriffslustig.

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