Magdeburg l Claus-Dieter Wollitz wollte sich nach dem 1:1 des 1. FC Magdeburg beim TSV 1860 München nicht beirren lassen. „Ich weiß, dass im Fußball in erster Linie natürlich Ergebnisse zählen. Trotzdem bin ich fest davon überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, betonte der FCM-Trainer. Für ihn sei die Partie mehr als ein Hoffnungsschimmer gewesen. Denn gerade nach der Pause zeigte der FCM eine couragierte Leistung – mit einem enormen Offensivdrang.

Wollitz liegt mit Einwechlungen richtig

Der Optimismus von Wollitz hängt vor allem mit seinen Einwechslungen in der Halbzeit und den folgenden Erkenntnissen zusammen. In der Pause brachte der Coach nämlich Christian Beck und Sirlord Conteh für Anthony Roczen und Björn Rother. Und diese Wechsel entpuppten sich fast als idealer Schachzug. Denn Beck und Conteh in der Doppelspitze – das war neu, das funktionierte gut. Es war aber eben nur fast ideal, da sich Beck (66.) und Conteh (83./84.) zwar drei Riesenchancen erspielten, die aber allesamt vergeben wurden.

Trotzdem: Wollitz sieht sich in seiner Annahme bestätigt, dass die Wechsel richtig waren, dass beide gut harmonierten. „Wir hatten in der ersten Halbzeit nur Spieler auf dem Platz, die dem Ball entgegenkommen. Sirlord kann durch seine Schnelligkeit auch weg vom Ball die Räume gut nutzen“, erklärt der Coach. Und er kann eine Abwehr vor große Probleme stellen, wenn die letzte Kette wie am Sonntag in München überspielt wird. „Das haben wir zeitwiese kaum in den Griff bekommen“, bestätigte nach dem Spiel auch Löwen-Trainer Michael Köllner.

Durch die Doppelspitze Beck/Conteh ergeben sich für den FCM somit ganz neue Offensiv-Optionen, die auch Wollitz begeistern. In diesem Zusammenhang nimmt der 54-Jährige auch noch mal ganz bewusst Kapitän Beck in Schutz, der am Wochenende nach einer gefühlten Ewigkeit erstmals zu Beginn auf der Bank saß. „Wir wollen alle, dass Christian zu seiner alten Form zurückfindet und er wieder der Torjäger wird, der er jahrelang war. Es geht aber jetzt darum, für ihn den richtigen Partner im Sturm zu finden“, betont Wollitz.

Mehr Flexibilität in der FCM-Offensive

Und dieser Partner könnte in einem 3-5-2-System in Sirlord Conteh gefunden sein. Denn beide ergänzen sich gut: Beck ist der klassische Torjäger, der seine Stärken im Strafraum hat. Conteh hingegen lässt sich auch mal etwas fallen, bringt viel Tiefe ins Spiel, schafft dadurch Räume. „Ich möchte nicht mit zwei klassischen Stürmern, sondern mit zwei flexiblen Spielern auflaufen. Davon kann auch Christian definitiv profitieren“, versichert Wollitz.

Sören Bertram sieht der Trainer hingegen nicht ganz vorne, sondern eher hinter den Spitzen: „Sören möchte den Ball lieber in den Fuß gespielt bekommen. Wenn wir wie in der zweiten Halbzeit in München mit drei Stürmern auflaufen, dann ist er auf der Position hinter der Doppelspitze gut aufgehoben.“

Mehrere Systeme mit Sturm-Trio

Weiterer Vorteil dieser Dreier-Konstellation: Der Club ist taktisch sehr flexibel, kann mit dem gleichen Personal in der Offensive in einem 3-5-2, 4-3-3, 4-4-2 oder 4-2-3-1 spielen. „Das ist es, was ich mir mittel- bis langfristig vorstelle“, betonte Wollitz.

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