Magdeburg l Für den 1. FC Magdeburg zählen gegen Arminia Bielefeld nur drei Punkte. In den vergangenen zwei Wochen hatte FCM-Trainer Jens Härtel viel Zeit, um sich Gedanken zu machen. Die Volksstimme analysiert die personellen Varianten.

Brunst kommt für Fejzic

● Tor: Diese Änderung steht bereits fest: Trainer Jens Härtel wechselt den Torwart, Alexander Brunst bekommt seine Chance. „Ich erhoffe mir von dem Wechsel einen Impuls“, betont der Coach, der sich die Entscheidung nicht leicht machte. „Wir haben uns Zeit gelassen, ich hatte einige schlaflose Nächte.“

Sicher ist, dass die Fans den von ihnen seit einigen Wochen geforderten Brunst heute sehr positiv empfangen werden. Jasmin Fejzic, die neue Nummer zwei, hatte bei ihnen kaum noch Kredit. Ein Risiko birgt die Entscheidung für Härtel, sollte sich Brunst heute einen Fehler erlauben, wird sich der Trainer Fragen stellen müssen.

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FCM: Abwehr ist das Prunkstück

● Abwehr: Das momentane Prunkstück der Mannschaft steht. Es gibt vielmehr ein Luxusproblem: Wer läuft in der Dreierkette neben dem gesetzten Abwehrchef Dennis Erdmann und Neuzugang Romain Brégerie auf? Steffen Schäfer machte seine Sache in Kiel zwar gut, der in dieser Saison zuvor gesetzte Tobias Müller kehrt nach seiner Beckenprellung aber zurück. Die Tendenz geht zu Müller.

Erdmann geht unterdessen auch neben dem Rasen voran: „Ich bin froh, dass die Pause endlich rum ist. Wir sind heiß. Mir ist schnuppe, wie gut Bielefeld bisher war. Ich will mit meinem Verein erfolgreich sein.“

Im Mittelfeld des FCM stimmt's

● Mittelfeld: Im defensiven Mittelfeld spielten zuletzt Björn Rother und Rico Preißinger. Auf der rechten Seite ist Kapitän Nils Butzen gesetzt, links überzeugte Aleksandar Ignjovski. Dabei sollte es grundsätzlich bleiben, da Härtel bereits verriet: „Es wird keine ganz große Rotation geben. Wir werden bezogen auf die Startaufstellung vereinzelt harte Entscheidungen treffen müssen.“

Der FCM-Sturm ist das Sorgenkind

● Sturm: In der Offensive hakt es momentan. Die Chancen, die sich der FCM erspielte, wurden zu selten genutzt. Das liegt weniger an Mittelstürmer Christian Beck, der kaum Bälle von den Außenspielern bekommt. Marcel Costly bot in Kiel eine starke Leistung, verpasste es nur, sich durch ein Tor zu belohnen.

Bleibt noch Philip Türpitz: Der beste Spieler der vergangenen Drittliga-Saison erzielte an der Förde zwar sein erstes Zweitligator, blieb ansonsten aber blass. Auch Härtel war nicht zufrieden und zählte ihn an: „Es gibt für keinen Spieler einen Persilschein für die Start- elf. Das gilt auch für Philip. Manchmal macht sich ein Spieler zu viele Gedanken. Dann hilft vielleicht mal, in einer Partie nicht zu beginnen, um danach durchzustarten.“ Mit Marius Bülter steht ein Spieler bereit, der auf seine Startelfchance brennt. Er könnte auf der linken Seite im Dreiersturm auflaufen, während Marcel Costly auf die angestammte rechte Seite zurückkehren würde.

● Taktik: Trainer Härtel hatte seine Mannschaft zwei Wochen ohne Spiel zusammen. Auf einen Test musste der Club mangels Gegner notgedrungen verzichten. Der Coach wird wohl an der 3-4-3-Grundordnung festhalten.

Mit den Trainingseinheiten war er zuletzt nur bedingt zufrieden. „Es war zu wechselhaft. Es gab Tage, an denen ich mir bei manchen Spielern denke, dass sie mal eine Startelfchance verdient hätten. Dann wiederum gab es Einheiten, nach denen ich den Eindruck habe, dass sie nicht mal im Kader stehen dürften. Das macht mir zu schaffen“, beklagte sich der 49-Jährige.

Gerade in langen Trainingsphasen ist aber Härtel mit seinem Trainerteam in der Pflicht, die Erkenntnisse aus den bisherigen Zweitligaspielen richtig zu deuten, um seine Mannschaft so einzustellen, damit diese jetzt bald die ersehnten drei Punkte holt.

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