Magdeburg l Claus-Dieter Wollitz war nach dem 1:1 des 1. FC Magdeburg beim SV Waldhof Mannheim nicht unzufrieden. Das lag einerseits natürlich an dem späten Treffer durch Sören Bertram zum Ausgleich. Aber auch die Art und Weise, wie der Club auftrat, gefiel ihm. Denn: „Wir waren die dominante Mannschaft, haben den Gegner gut zugestellt, dadurch viele Bälle gewonnen. Auch in der Halbzeit hatte die Mannschaft die volle Überzeugung. Das war schon nahe an dem, wo ich sie haben möchte.“

Kritisch sah Wollitz hingegen das Offensivspiel. „Die Flanken waren nicht gut, da brauchen wir mehr Gefühl.“ Auch die Effizienz des FCM bleibt eine Baustelle. So hatte Kapitän Christian Beck kurz nach der Halbzeit die Riesenchance zur Führung, vergab allerdings.

Wollitz stützt seine Offensivspieler

Trotz des fehlenden Abschlussglücks stützt Wollitz aber seine Offensivspieler. „Warum sollte ich Spieler wie Christian Beck oder Sören Bertram infrage stellen? Beide haben zusammen 18 Tore geschossen“, betont er. Aber: „Da beide über enorm viel Qualität verfügen, ist der Anspruch an sie natürlich auch sehr hoch. Deshalb führe ich mit ihnen auch sehr offene Gespräche.“

Es ist diese Offenheit, diese gnadenlose Ehrlichkeit, die Wollitz immer wieder hervorhebt und die ihm sehr wichtig ist. Denn: „Ehrlichkeit ist eine Riesenchance. Wenn man ehrlich ist, ist man nicht nachtragend. Dann ist ein Thema nach einem Gespräch erledigt.“

Die Art von Wollitz kommt an

Und diese Art kommt bei der Mannschaft an. „Ich mag die klare Ansprache. Es tut mir gut, es tut der ganzen Mannschaft gut“, lobt Bertram. Auch Tobias Müller und Jürgen Gjasula betonen, dass sie die intensive und offene Kommunikation von Wollitz schätzen.

Die Gleichung ergibt Sinn: Der Coach schenkt der Mannschaft Vertrauen und geht damit auf eine gewisse Weise in Vorleistung. Dafür will Wollitz aber natürlich auch sehen, dass seine Spieler dem Gesagten Taten folgen lassen. „Wir reden immer über Qualität. Doch ich will diese Qualität auf dem Platz sehen“, sagt er – und gibt sich kämpferisch: „Es geht um zwei, drei Prozent, die uns noch fehlen. Ich werde diese Prozentpunkte aus der Mannschaft herausholen.“

Spieler sollen an Leistungsgrenze gehen

Ein Mittel, dahin zu kommen, ist für ihn eine hohe Trainingsintensität. Zweimal pro Woche geht Wollitz mit der Mannschaft deshalb in den „roten Bereich“, sprich an die Leistungsgrenze. Das macht er aus einem einfachen Grund. „Wenn es die Jungs schaffen, in der Woche über den Punkt zu gehen, dann ist das auch am Wochenende möglich“, versichert er.

In Mannheim blieb der FCM deshalb auch nach dem Rückstand dran, ließ nicht nach und kam noch zum späten Ausgleich. Dieser bedingungslose Einsatz, den Wollitz in der zweiten Halbzeit gegen Zwickau (1:2) noch vermisst hatte, soll aber keine Ausnahme bleiben: „Es soll vielmehr zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass die Spieler bis zur Nachspielzeit alles geben.“

Der FCM befinde sich in einem Entwicklungsprozess, der laut Wollitz immer weiter vorangehe. Und der Coach sagt: „Wir sind zwar noch nicht da, wo wir hinwollen. Aber alle sind bereit, diesen Weg zu gehen. Das ist die wichtigste Voraussetzung.“

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