Heidenheim l FCM-Trainer Jens Härtel veränderte seine Startaufstellung im Vergleich zum 2:2 gegen Dresden auf zwei Positionen. Für Christopher Handke, der nicht mal im Kader war, und Steffen Schäfer spielten Romain Brégerie und Tobias Müller. Der Coach vertraute dem gewohnten 3-4-3-System. Heidenheim musste kurzfristig auf Torjäger Robert Glatzel (sieben Saisontreffer) verzichten, der wegen eines Muskelfaserrisses ausfiel.

Beide Mannschaften tasteten sich zunächst ab. Der FCM präsentierte sich mutig und störte Heidenheim früh. Im Dreiersturm wechselten Marcel Costly und Philip Türpitz häufig die Außenpositionen, defensiv stand der Club stabil und ließ dem Gegner kaum Anspielstationen. Den ersten Torschuss hatten trotzdem die Gastgeber: Den Weitschuss von Marnon Busch parierte FCM-Torhüter Alexander Brunst aber souverän (8.). Auf der Gegenseite verpasste Christian Beck einen Pass von Nico Hammann nur knapp (10.).

FCM mit mehr Ballbesitz

Das Härtel-Team hatte deutlich häufiger als die Platzherren den Ball, sie kontrollierten die Partie. Heidenheim zog sich etwas zurück, setzte auf Konter. Mit Erfolg: Nach einem schnellen Zuspiel ließ sich Sebastian Griesbeck die Gelegenheit nicht nehmen und traf zum 1:0 für den FCH (18.). Die Führung war zu diesem Zeitpunkt durchaus überraschend, hatte Heidenheim doch zuvor keine gefährliche Torchance. Der Club reagierte nicht geschockt, spielte ruhig weiter. Nach einer Costly-Flanke köpfte der gute Türpitz nur knapp daneben (24.).

Der FCM spielte nicht schlecht, war aber in der Vorwärtsbewegung zu ungefährlich. Und hinten anfällig: Nach einem Abstoß von Brunst zum Gegner schalteten die Gastgeber schnell um. Wie zuvor lief viel über die rechte Angriffsseite. FCH-Kapitän Marc Schnatterer hatte Platz, flankte, in der Mitte kam Nikola Dovedan frei zum Kopfball und traf zum 2:0 für Heidenheim (43.). Der Treffer fiel allerdings offensichtlich aus einer Abseitsposition. 

Weil kommt beim FCM für Ignjovski

In der Halbzeit reagierte Härtel und brachte Richard Weil, der von 2009 bis 2013 in Heidenheim spielte, für Ignjovski. Die Gäste drängten sofort auf den Anschlusstreffer. Nach einer Ecke von Nils Butzen zog Weil aus 20 Metern ab - Heidenheim klärte erst auf der Linie (57.). Nach einer Stunde setzte Härtel voll auf Offensive: Für Erdmann kam der offensive Marius Bülter, der zuletzt gegen Dresden überragte. Defensiv stellte der Coach auf eine Viererkette mit Brégerie und Müller in der Mitte und sehr offensiven Außeverteidigern Butzen (rechts) und Hammann (links) um. Türpitz ließ sich wie gegen Dresden etwas zurückfallen.

Die rund 1000 mitgereisten FCM-Fans hatten den Torschrei nach einem Hammann-Weitschuss schon auf den Lippen. Der Ball ging aber knapp daneben (63.). Drei Minuten danach hielt FCH-Schlussmann Kevin Müller seine Team im Spiel, als er einen Gewaltschuss von Bülter zur Ecke klärte.

Volle Offensive des FCM

Der FCM war klar tonangebend, hatte deutlich mehr Ecken, nutzte aber seine Gelegenheiten nicht. Bei dem riskanten Stil musste das Team zudem auf die gefährlichen Konter des Gegners aufpassen. Der Club erarbeitete sich ein klares Chancenplus, der Ball wollte aber einfach nicht ins Tor: Butzen hatte in der 72. Minute die Riesenchance zum 1:2, schoss aber Kevin Müller an. Rothers Nachschuss ging drüber. Härtel ging "all in", brachte Felix Lohkemper für Butzen. Nach einer weiteren Hammann-Ecke hielt Müller gegen Brégerie, der Abpraller ging an die Latte (79.).

Es war ein Spiel auf ein Tor - über fast die gesamte zweite Halbzeit. Heidenheim stand hinten drin, verteidigte mit fast allen Spielern rund um den eigenen Strafraum. Konter waren selten, wenn sie kamen, aber durchaus gefährlich. In der zweiten Minute der Nachspielzeit kassierte Tobias Müller nach einem Foul im Strafraum die Gelb-Rote Karte und musste vom Platz. Schnatterer verwandelte den folgenden Elfmeter zum 3:0-Endstand (90.+3) aus Heidenheimer Sicht.

FCM: Brunst - Brégerie, Erdmann (60. Bülter), Müller - Rother, Ignjovski (46. Weil) - Butzen (76. Lohkemper), Hammann - Türpitz, Beck, Costly.

Weitere Infos und Videos zum 1. FC Magdeburg