Aalen l Mit dem 13. Unentschieden der Saison hat der 1. FC Magdeburg den dritten Platz in der 3. Liga verloren. Konkurrent Jahn Regensburg besiegte zeitgleich zuhause in letzter Minute den Chemnitzer FC mit 3:2 (1:0) und zog so am FCM vorbei und hat zwei Punkte Vorsprung. Am letzten Spieltag (20. Mai) erwartet der FCM in der ausverkauften MDCC-Arena die Sportfreunde Lotte, Regensburg spielt bei Preußen Münster. Der MSV Duisburg und Holstein Kiel stehen als Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest. Für den FCM trafen beim 2:2 in Aalen Christian Beck (9.) und Ahmed Waseem Razeek (78.), für den VfR Aalen waren Matthias Morys (29.) und Steffen Kienle (72.) erfolgreich. 

FCM-Trainer Jens Härtel änderte seine Mannschaft im Vergleich zum 1:1 gegen den FSV Frankfurt zunächst auf drei Positionen. Für Charles Elie Laprevotte (fehlte aus privaten Gründen), Piotr Cwielong (Oberschenkelzerrung) und Christopher Handke spielten Richard Weil, der erstmals seit seinem Lendenwirbelbruch wieder auflief, Jan Löhmannsröben und Niklas Brandt. Der Coach stellte auch taktisch um und wechselte wie vermutet von einer Vierer- auf eine Dreierkette mit Weil in der Mitte. Eine weitere Umstellung musste Härtel kurz vor Spielbeginn vornehmen, als Michel Niemeyer sich bei einem Sprint verletzte, Tobias Schwede ersetzte ihn. In der Offensive setzte Härtel mit Julius Düker und Christian Beck auf zwei Spitzen.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Einen zu kurzen Pass von Robert Müller nahm Beck auf, umspielte VfR-Torhüter Daniel Bernhardt und verwandelte zur Gästeführung (9.). Der FCM agierte in der Offensive in der Anfangsphase deutlich klarer als zuletzt gegen den FSV Frankfurt. In der Defensive tat dem Team die Rückkehr von Weil gut. Der Abwehrchef dirigierte und schmiss sich in die Zweikämpfe. Von Aalen war in den ersten 20 Minuten nur wenig zu sehen. In der 27. Minute forderten die Aalener einen Elfmeter, als sich Gerrit Wegkamp im Zweikampf mit Felix Schiller fallen ließ. Schiedsrichter Florian Badstübner pfiff aber nicht. Kurz darauf jubelten die VfR-Anhänger allerdings, als Marius Sowislo den Ball im Mittelfeld verlor, Wegkamp auf Matthias Morys passte, der alleine auf Leopold Zingerle zulief und ihm keine Chance ließ (29.). Fast im Gegenzug nahm sich Brandt ein Herz und zog aus rund 17 Metern ab. Sein Schuss ging nur knapp am linken Pfosten vorbei (33.).

In der 49. Minute sorgten die FCM-Fans für einen Knalleffekt, der vermutlich vor der Sportgerichtsbarbeit des DFB ein Nachspiel haben wird. Pyrotechnik, ein Konfettiregen und Klopapierrollen auf dem Feld sorgten für einen dreiminütige Spielunterbrechnung durch Schiedsrichter Florian Badstübner (Windsbach). Für einen Hallo-Wach-Effekt im Spiel des FCM sorgte die Aktion aber zunächst nicht: Den Aktionen der Gäste fehlte ein wenig Mut und Druck.

Nach etwa einer Stunde erhöhte der FCM etwas den Druck und verlagerte das Spiel kurzzeitig in die Hälfte des VfR, ohne aber zu zwingenden Chancen zu kommen. Nach einer Aktion gegen Julius Düker (59.) forderten die Blau-Weißen zaghaft Elfmeter. Beck verzog nach einem Konter aus 18 Metern (66.). Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld fiel die überraschende Führung für die Gastgeber: Steffen Kienle, gerade eingewechselt für Matthias Morys, setzte sich im Kopfball gegen Löhmannsröben und Schiller durch und köpfte zum 2:1 (72.) ein. Der FCM meldete sich mit einem Joker-Tor umgehend zurück. Ahmed Waseem Razeek, gerade ins Spiel gekommen für Richard Weil, spitzelte den Ball aus sechs Metern zum 2:2 (78.) ins Netz. Dabei blieb es - auf beiden Seiten waren die Schlussaktionen nicht von Erfolg gekrönt.