Magdeburg l Würde man Otmar Schork in diesen Tagen ein erstes Arbeitszeugnis ausstellen und dabei nur die von ihm eingetüteten Wintertransfers einbeziehen, hätte der neue Sportchef, der seit November die Geschicke beim Drittligisten 1. FC Magdeburg leitet, wohl eine glatte Eins verdient. Während sich Baris Atik nach überstandenem Muskelfaserriss erst noch im blau-weißen Trikot zeigen möchte, haben sich die anderen beiden Neuzugänge bereits bestens in die Offensive des FCM eingebunden, ihr – ohne Übertreibung – komplett neues Leben eingehaucht.

Als „sehr gute Entscheidungen“ bezeichnet auch Trainer Thomas Hoßmang die Transfers, die er selbst mit eingefädelt hat: „Wir wussten, dass beide viel Qualität haben. Schön, dass sie auch bei uns so gut reinpassen.“ Das lässt sich allein an den Zahlen festmachen: Auf zwei Tore und zwei Vorlagen kommt Saliou Sané in vier Spielen bereits. Und auch Nico Granatowski erzielte beim 2:1-Sieg in Duisburg seinen ersten FCM-Treffer. Beide wurden durch starke Leistungen sofort zu Stammspielern. Und sind auch für das Sachsen-Anhalt-Derby beim Halleschen FC (Anstoß Samstag 14 Uhr) wieder Hoffnungsträger.

Neuzugänge spielten schon in Lotte zusammen

„Es war gut, dass ‚Sali‘ und ich zum Team gestoßen sind“, schätzt Granatowski den kleinen Aufschwung der Magdeburger mit zuletzt zwei Siegen in Folge ein. „Wir hatten die Köpfe frei und waren nicht vorbelastet. Wir wollen beide vorangehen.“ Der 29-Jährige habe zwar eine „intakte Mannschaft“ vorgefunden. Er und Sané haben aber auch noch mal „viele Gespräche mit den Jungs geführt“, berichtet „Grana“. Doch nicht nur psychologisch sind die Neuen wertvoll, vor allem auch spielerisch. Beide harmonieren auch zusammen gut, was nicht von Ungefähr kommt: In der Saison 2016/17 spielten der 1,72-Meter-Dribbler und der 1,87-Meter-Stoßstürmer schon einmal für ein halbes Jahr beim damaligen Drittligisten Sportfreunde Lotte zusammen und verstanden sich schon damals prima. „Wir wissen, wie der jeweils andere tickt“, sagt Granatowski. Der gebürtige Braunschweiger stellt aber stets die ganze Mannschaft in den Fokus: „Wir harmonieren allgemein alle gut. Man hat zuletzt gesehen, dass wir ein geiler Haufen sind.“

In Halle noch eine Schippe drauflegen

In Halle könnte nun der dritte Sieg am Stück folgen – das gab es zuletzt in der Drittliga-Aufstiegssaison 2017/18. „Wenn wir so weiterspielen, sind wir schwer zu schlagen. Doch im Derby müssen wir noch eine Schippe drauflegen“, weiß Granatowski um die Bedeutung des Landesduells, das der FCM zu Beginn der Saison mit 0:2 verloren hatte.

Und natürlich gibt es trotz der guten Form noch jede Menge Steigerungspotenzial. Gerade, was die „Restraumverteidigung“ betrifft, war Hoßmang in Duisbuirg nicht ganz zufrieden. „Da haben wir in einigen Situationen zu viel zugelassen und hatten keine gute Organisation.“

Keine Gefahr nach Ecken

Auch den Abschlüssen fehlt teilweise noch die Präzision und aus Standards wie Ecken macht der FCM viel zu wenig. Zehn Eckbälle waren es in Unterhaching, acht in Duisburg. Gefährlich wurde es dabei nicht ein einziges Mal. „Da muss mehr herauskommen“, fordert Hoßmang. Und Granatowski, einer der Standardschützen, weiß: „Einige Ecken waren einfach schlecht getreten. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Aber wir sind dran und arbeiten im Training weiter daran. Ein Standard kann in der 3. Liga immer entscheidend sein.“

Mit Blick auf das Derby erwartet Hoßmang zudem, dass seine Mannschaft angesichts des fünften Spiels innerhalb von 14 Tagen erneut die Zähne zusammenbeißt. Denn: „Wenn wir auch nur einen Deut weniger investieren als zuletzt, haben wir keine Chance.“ Ob er angesichts der hohen Belastung rotiert oder zum dritten Mal in Folge der gleichen Startelf vertraut, ließ der Trainer offen. Maximilian Franzke scheint aber nach langer Verletzungspause vor seiner Rückkehr zu stehen. „Er könnte eine Idee sein“, so Hoßmang. Ob sich für ihn in der neuen Offensive um Sané und Granatowski dann auch schon ein Platz findet, wird sich zeigen.

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