Magdeburg l Selten hat ein Urlaub Philipp Harant so gutgetan wie in den vergangenen Tagen, als er einige Tage in Boltenhagen an der Ostsee verbrachte. Der Innenverteidiger des 1. FC Magdeburg konnte sich dabei sehr gut erholen: „Es ging in erster Linie darum, den Kopf auszuschalten und sich zu kräftigen nach einer harten und langen Saison.“

Diese begann für den 21-Jährigen mit seinem ersten Einsatz für die Profis am ersten Spieltag gegen Braunschweig. Und endete – nach turbulenten Wochen mit Abstiegskampf und einer fast dreimonatigen Corona-Pause – frühzeitig beim Spiel in Rostock am 9. Juni. Nach zuvor fünf weiteren Einwechslungen hatte er sich so weit an die Mannschaft herangekämpft, dass ihn der damalige Coach Claus-Dieter Wollitz in die FCM-Startelf beförderte. Erstmals in seiner jungen Karriere. „Das war ein tolles Gefühl. Ich habe Vorfreude aber auch Nervosität verspürt“, erinnert er sich.

Spiel in Rostock beschäftigt Harant lange

Doch der Abend verlief für ihn sehr bitter. Er verschuldete bei der 1:3-Niederlage zuerst einen Elfmeter (42.). Und verletzte sich kurz nach der Halbzeit ausgerechnet bei einer eigenen Grätsche (54.) schwer und musste ausgewechselt werden. Diagnose: doppelter Bänderriss und Kapselschädigung am rechten Fuß. „Das war sehr ärgerlich, keine Frage. Ich habe mir hinterher viele Gedanken gemacht, warum ich da so reingegangen bin. Das hat mich noch sehr lange beschäftigt“, erzählt Harant.

Hinzu kam, dass er neben Sören Bertram (Schlüsselbeinbruch) und Dustin Bomheuer (Kreuzbandriss) einer von gleich drei Spielern war, die sich nach dem Re-Start verletzt haben. Generell war auffällig, wie viele Spieler in der gesamten Liga sich nach der Corona-Pause verletzten (siehe Infokasten). „Das war eine große Belastung, eine sehr harte Zeit“, sagt Harant.

Harant kämpft sich immer wieder heran

Doch der gebürtige Schönebecker, der aus dem FCM-Nachwuchs stammt und sich nicht zum ersten Mal von einer Verletzung zurückkämpfen musste, wurde auch von diesem Rückschlag nicht aus der Bahn gebracht. Harant: „Ich kämpfe mich immer wieder von vorn heran. Das ist nicht schön, aber es muss immer weitergehen. Ich möchte weiter Teil dieser Mannschaft sein und gebe deshalb alles für die Rückkehr.“

Und der 1,94-Meter-Hüne macht dabei sehr gute Fortschritte. Auch in Boltenhagen zog er sein Programm zuletzt durch. Er absolvierte seine Läufe nach dem Prinzip der methodischen Reihe, also mit zunehmend höherer Belastung. Die Heilung verläuft nach Plan. „Ich werde jetzt mit dem Physiotherapeuten sprechen, ob ich nächste Woche schon komplett einsteigen kann“, berichtet Harant mit Blick auf den Trainingsstart am Montag. „Vom Gefühl her klappt das“, ist er optimistisch.

Harant kennt neuen Coach bereits

Und für ihn wäre ein pünktlicher Start umso wichtiger, will er sich doch in der Vorbereitung bei Thomas Hoßmang empfehlen. Ein Vorteil: Harant kennt seinen neuen Coach noch aus dem Nachwuchsbereich. „Ich kenne ihn, habe schon zwei Jahre unter ihm trainiert, berichtet er über seine A-Jugend-Zeit. „Er ist ein sehr positiver Trainer, menschlich top“, lobt Harant.

Über seine Rolle für die kommende Saison kann er noch nicht viel sagen, zumindest aber schreckt ihn die große Konkurrenz auf der Innenverteidiger-Position mit Tobias Müller, Brian Koglin, Dustin Bomheuer und Neuzugang Korbinian Burger nicht ab. „Ich denke, der Trainer wird nach den Leistungen aus der Vorbereitung aufstellen“, sagt er. Harant will sich nicht mehr unbedingt hinten anstellen. „Ich nehme auf jeden Fall in Angriff, dass ich mich gut ins neue Team integriere und weitere Einsatzzeiten sammeln darf.“

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