Magdeburg l Es wäre fast wie aus dem Bilderbuch, wenn die für Sebastian Jakubiak bislang enttäuschende Saison im Auswärtsspiel beim VfB Lübeck einen Wendepunkt erleben würde. Der Mittelfeldspieler des 1. FC Magdeburg spielte bis dato kaum eine Rolle beim Drittligisten. Das könnte sich nun ändern. Gegen seinen Ex-Verein. In seiner Geburtsstadt.

Denn der FCM hat sich in der Woche vor dem Drittliga-Auswärtsspiel dazu entschieden, Adrian Malachowski an der Leiste operieren zu lassen. „Wir können das mit unseren Möglichkeiten im Kader auffangen“, sagt Coach Thomas Hoßmang. Und zählt zu diesen Möglichkeiten eben auch Jakubiak, der bislang auf nur vier Einsätze und 100 Minuten Spielzeit kommt. Er stand noch nie in der Startelf, achtmal nicht im Kader.

Dass der Norddeutsche mit polnischen Wurzeln ein „feiner Fußballer“ und „Techniker“ ist, imponierte Hoßmang von Beginn an. Aber: „Er musste sich erstmal an das harte und zweikampfbetonte Spiel in der 3. Liga gewöhnen“, begründete er die wenigen Einsätze des 27-Jährigen, der vor der Saison vom niederländischen Erstligisten Heracles Almelo kam und dem viele sicher eine größere Rolle bei den Magdeburgern zugetraut hätten. Eine Rolle, die jetzt zum Beispiel der 20-jährige Andreas Müller mit elf Einsätzen und vier Toren einnimmt.

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Jakubiak macht "klaren Sprung"

Doch nach häufigen „kleinen Wehwehchen“ trainierte auch Jakubiak zuletzt stabil. „Er hat in den vergangenen 14 Tagen einen klaren Sprung gemacht“, lobt der Trainer. „Seine gute Ballbehandlung hat er aus engen Spielformen auch auf das große Feld übertragen.“

Gerade hinsichtlich des Malachowski-Ausfalls besteht nun also „schon die Möglichkeit, dass er weitere Spielminuten sammelt“, so Hoßmang. Das zuletzt harmlose Offensivspiel der Domstädter kann der 1,75 Meter große Dribbler ja nur beleben.

Hoßmang hofft auf mehr Räume

Wobei der Coach unabhängig von seiner Startelf positiv gestimmt ist, dass das gegen die Lübecker wieder besser aussehen wird. Gegen die tief stehenden Gegner aus Meppen (0.0) und Zwickau (1:0) fehlte zuletzt, obwohl die Magdeburger respektable vier Punkte holten, die offensive Durchschlagskraft. Doch: „Lübeck wird wahrscheinlich hoch pressen und Fußball spielen“, sagt Hoßmang. „Sie werden uns anlaufen und stressen. Das könnte ähnlich aussehen wie gegen Hansa.“ Und beim 1:1 boten sich auch für den FCM viele Räume.

Was nicht nur Müller helfen würde. Denn nach einer bislang starken Saison ist auch die Erwartungshaltung an den 20-Jährigen gewachsen. Und gegen Meppen konnte er sie nicht erfüllen. Beim jüngsten Duell war er etwas höher angesiedelt, auch für die tiefen Läufe zuständig. „Es war aber schwierig, Räume zu finden und mich anspielbar zu machen“, sagt er.

Müller ist für Überraschungen gut

Gegen Lübeck könnte es wieder mehr solcher Räume geben und Müller damit zeigen, dass er „immer eine kleine Überraschung und immer eine kluge Lösung parat hat“, wie der Trainer ihn lobt. Müller versucht immer das anzunehmen, was Hoßmang ihm mit auf den Weg gibt, betont aber auch: „Ich bin auf meiner Position relativ frei, was den Offensivgeist angeht.“ Mit Sebastian Jakubiak könnte er, was diesen Offensivgeist angeht, zumindest bald häufiger einen neuen Partner an seiner Seite haben.

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