Magdeburg l Ludwig spielte bei der TSG 1899 Hoffenheim, dem TSV 1860 München und zuletzt in der holländischen 1. Liga beim FC Utrecht. Der 26-Jährige soll beim FCM auf dem Platz den Unterschied ausmachen. Im Testspiel gegen den Zweitligisten Erzgebirge Aue deutete er immer wieder an, wie wertvoll er für den FCM sein kann.

Der ehemalige Bundesliga- (sechs Partien für Hoffenheim) und Zweitligaspieler (38 Partien für 1860 München und Aalen) zog im Mittelfeld die Fäden und zeigte einige gute Pässe. Ein paar Aktionen misslangen dem 1,72 Meter großen Techniker allerdings noch. Zuletzt hatte Ludwig auch nicht so viel Spielpraxis, kam beim FC Utrecht in der holländischen Eredivisie (1. Liga) nur auf 17 Partien und in der Rückrunde kaum zum Einsatz.

Ballsicherer Techniker

Dass er sich aber beim FCM in der Vorbereitung schnell eingefügt hat, betonen die Verantwortlichen immer wieder. „Andreas ist ein toller Spieler mit einer enormen Ballsicherheit. Er kann in einem Spiel den Unterschied ausmachen“, sagt Maik Franz, Assistent der Geschäftsführung.

Seine eigenen Erwartungen wurden laut Ludwig anfangs sogar noch übertroffen: „Mich hat überrascht, wie gut mich die Jungs aufgenommen haben. Ich hatte das Gefühl, dass ich schon länger dabei bin, obwohl ich erst neu dazukam. Das hat mir meinen Einstieg erleichtert.“

Besondere Beziehung zu Gisdol

Groß wurde der gebürtige Ulmer im Nachwuchs des SSV Ulm. Dort spielte er zwischenzeitlich auch mit Philip Türpitz zusammen. Von 2009 bis 2014 stand Ludwig bei der TSG 1899 Hoffenheim unter Vertrag. Eine besondere Rolle hat in seiner Karriere Trainer Markus Gisdol (momentan Hamburger SV) gespielt, der ihn in Ulm entdeckte, zum Profi machte und später auch in Hoffenheim trainierte. „Markus Gisdol hat mich als A-Jugendlicher in die 1. Mannschaft hochgezogen. In Hoffenheim hat er mir die Augen geöffnet und gezeigt, was Profifußball bedeutet“, sagt Ludwig. „Ich bin ihm dankbar für alles, was er mir beigebracht hat. Leider hat es nicht ganz gereicht, dass ich mich in Hoffenheim damals durchgesetzt habe.“

Eine ganz neue Erfahrung war die Zeit in Utrecht. „Ich war zunächst skeptisch. Als ich mir mit meiner Frau aber die Stadt angeschaut hatte, waren wir begeistert. Wir haben in dieser Zeit viele Erfahrungen gemacht und hatten eine gute Zeit“, sagt er, betont aber auch, dass die vergangenen Monate nicht mehr so gut liefen: „Ich bin 26 Jahre alt und möchte eine tragende Rolle in einer Mannschaft spielen. Ich kann mir deshalb auch vorstellen, länger beim FCM zu bleiben, auch wenn ich zunächst nur einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben habe.“

Ludwig ist ein Zwischenspieler

Als klassischen Spielmacher, wie sich ihn einige nach seiner Verpflichtung vorgestellt haben, sieht er sich nicht. „Ich bin ein Zwischenspieler, von Strafraum zu Strafraum. Dabei ist es mir wichtig, auch Defensivaufgaben zu erledigen. In der Offensive will ich kreativ und torgefährlich sein“, sagt er. Kritikern, die Ludwig wegen seiner Größe und Statur Probleme in der zweikampfbetonten 3. Liga voraussagen, entgegnet er: „Die 3. Liga ist physisch schon stark. Es wird wichtig sein, dass ich dagegenhalte und in den Zweikämpfen präsent bin. Der Trainer hat mir aber bestätigt, dass ich das in der Vorbereitung schon gut gemacht habe. Ich bin bereit dafür.“ Ludwig ist sich sicher, dass er die Magdeburger DNA, die aus kompaktem Defensivverhalten und aggressivem Gegenpressing besteht, bereits verinnerlicht hat. „Das impft uns der Trainer auch täglich ein“, sagt er.

Sein Marktwert, der beim Internetportal „transfermarkt“ mit 750.000 Euro einer der höchsten der 3. Liga ist, bereitet ihm bei aller Erwartungshaltung keine Kopfschmerzen. „Ich habe zuletzt zwei Jahre in der holländischen 1. Liga gespielt. Da ist der Marktwert automatisch etwas höher. Mir bedeutet eine solche Zahl aber nicht so viel“, klärt er auf.

Nach der Karriere kann sich Ludwig gut vorstellen, als Trainer zu arbeiten: „Ich habe im Fernstudium die A- und B-Lizenz als Fitnesstrainer gemacht. Außerdem interessiere ich mich für Ernährungsberatung. Später soll es dann mal in Richtung Fußballtrainer gehen.“

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