Magdeburg l Jetzt durfte der 32-Jährige erstmals seit Oktober wieder spielen. Die 80. Minute im Heimspiel des FCM gegen den SV Wehen Wiesbaden war für Gerrit Müller etwas Besonderes. Der offensive Mittelfeldspieler wurde für Tobias Schwede eingewechselt und stand erstmals seit dem 22. Oktober 2016 (2:4 gegen Chemnitz) wieder in der 3. Liga auf dem Rasen. „Das war ein gutes Gefühl. Der letzte Einsatz lag ja doch schon ein bisschen zurück“, sagt Müller. Nach dem Chemnitz-Spiel machten ihm Oberschenkelprobleme zu schaffen, zudem gewann der Club häufig, Müller musste sich zunächst hinten anstellen.

Müller mit guter Winter-Vorbereitung

Dabei hatte er nach der Winter-Vorbereitung ein gutes Gefühl. „Es ist schwierig, immer positiv zu bleiben, wenn man nicht spielt“, erklärt Müller. „Ich vergesse das aber, sobald ich auf dem Trainingsplatz stehe, weil mir Fußball so viel Spaß macht.“ Der Hauptgrund für die geringe Spielzeit liegt vermutlich an der Systemumstellung, die FCM-Trainer Jens Härtel nach dem Abgang von Sebastian Ernst zum Zweitligisten Würzburger Kickers vorgenommen hatte. Seitdem gibt es die Position im zentralen offensiven Mittelfeld nicht mehr, Härtel bevorzugt ein 3-4-3. Auf genau dieser ehemaligen Ernst-Position fühlt sich Müller aber besonders wohl. „Die ersten Minuten gegen Wehen Wiesbaden waren ein Anfang. Ich hoffe, dass ich demnächst wieder häufiger meine Chance bekomme“, gibt er sich zuversichtlich.

Nach den vergangenen Partien gegen tief stehende Gegner wie Mainz II, Münster und Wehen stellt sich trotz der zuletzt guten Punktausbeute die Frage, wie sich der FCM spielerisch besser präsentieren kann. „Ich glaube kaum, dass der Trainer in Kiel das System umstellt, weil Holstein sehr aktiv ist. Danach wäre das aber eine Option, weil sich die defensiven Gegner mittlerweile auf uns eingestellt haben“, so Müller.

Dass viele Mannschaften gegen den Club so verhalten auftreten, sieht der gebürtige Schwetzinger als Ausdruck von gestiegenem Respekt: „Das ist schon eine Form von Anerkennung, weil die Gegner wissen, was wir können.“

Situation im Sommer offen

Für Müller selbst ist es angenehmer, um den Aufstieg mitzuspielen, auch wenn er nicht so oft auf dem Platz steht, als wenn es als Stammspieler gegen den Abstieg geht. Diese Erfahrung hatte er in der vergangenen Saison, als er mit den Stuttgarter Kickers hauchdünn am letzten Spieltag den Drittliga-Klassenerhalt verpasste. „Ich fühle mich in Magdeburg wohl. Die Fans sind sehr leidenschaftlich, die ganze Stadt lebt diesen Verein. Ich kann mir deshalb gut vorstellen, beim FCM zu bleiben“, stellt er klar. Müllers Vertrag läuft noch bis Sommer 2018, wie es aber nach dieser Spielzeit weitergeht, kann er noch nicht sagen. „Ich möchte so lange wie möglich auf dem Platz stehen. Nach der Saison werden wir uns zusammensetzen.“

Bis dahin hofft Müller darauf, noch möglichst oft zeigen zu können, was er drauf hat. Aus besten schon am kommenden Sonnabend in Kiel.

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