Magdeburg l Björn Rother hat ein Motto als Fußballer. „Bevor ich einen Gegner an mir vorbeilaufen lasse, grätsche ich ihn lieber um.“ Das sagt er zwar mit einem Lächeln. Klar ist trotzdem: Der Defensivexperte des 1. FC Magdeburg mag keine halben Sachen. Er reizt notfalls auch die Grenzen des Erlaubten aus. Kein Wunder, dass in dieser Saison bereits sechs Gelbe Karten zu Buche stehen, der zweithöchste Wert der Mannschaft nach Dennis Erdmann mit neun Verwarnungen.

Rother hat die Karten in bisher 21 Liga-Einsätzen gesammelt, 16 davon stand er 45 Minuten oder länger auf dem Rasen. Und genau deshalb könnte das Spiel morgen gegen Darmstadt richtungsweisend für ihn sein. Als er im Sommer 2017 von Werder Bremen II an die Elbe kam, unterschrieb er nämlich einen Zwei-Jahres-Vertrag mit einer Option. Sollte Rother in dieser Saison 17 Partien über mindestens 45 Minuten absolvieren, verlängert sich sein Vertrag automatisch um ein Jahr.

Rother fühlt sich wohl

Eine Partie fehlt also noch. „Das war jetzt keine Sache, die ich ständig vor Augen hatte, weil es gerade andere Ziele gibt, die wichtiger sind als eine Vertragsverlängerung“, sagt Rother. Wir wollen unbedingt den Klassenerhalt schaffen.“ Aber: „Ich hätte auch ohne eine Option Vertragsgespräche mit dem Verein führen wollen. Wir waren immer in einem guten Austausch. Ich fühle mich hier wohl.“

So jubelt der FCM nach 2:1-Sieg beim HSV

Hamburg / Magdeburg (tw) l Der Jubel nach dem 2:1 des 1. FC Magdeburg gegen den Hamburger SV in der Nachspielzeit kannte keine Grenzen. So ließen die FCM-Spieler ihrer Freude freien Lauf.

  • Grenzenloser Jubel beim FCM: Marius Bülter und Rico Preißinger. Foto: Imago/Jan Huebner

    Grenzenloser Jubel beim FCM: Marius Bülter und Rico Preißinger. Foto: Imago/Jan Huebner

  • Grenzenloser Jubel beim FCM:  Philip Türpitz, Marius Bülter und  Felix Lohkemper (von links). Foto: Imago/Jan Hübner

    Grenzenloser Jubel beim FCM: Philip Türpitz, Marius Bülter und Felix Lohkemper (von l...

  • Grenzenloser Jubel beim FCM: Marius Bülter. Foto: Imago/Jan Hübner

    Grenzenloser Jubel beim FCM: Marius Bülter. Foto: Imago/Jan Hübner

  • Grenzenloser Jubel beim FCM. Foto: Imago/Nordphoto

    Grenzenloser Jubel beim FCM. Foto: Imago/Nordphoto

  • Grenzenloser Jubel beim FCM: Marius Bülter. Foto: Imago/Nordphoto

    Grenzenloser Jubel beim FCM: Marius Bülter. Foto: Imago/Nordphoto

  • Grenzenloser Jubel beim FCM: Marius Bülter. Foto: Imago/Nordphoto

    Grenzenloser Jubel beim FCM: Marius Bülter. Foto: Imago/Nordphoto

  • Grenzenloser Jubel beim FCM. Foto: Imago/Jan Huebner

    Grenzenloser Jubel beim FCM. Foto: Imago/Jan Huebner

  • Grenzenloser Jubel beim FCM. Foto: Imago/Jan Huebner

    Grenzenloser Jubel beim FCM. Foto: Imago/Jan Huebner

FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik freut sich, dass Rother höchstwahrscheinlich ein Blau-Weißer bleibt: „Wir schätzen Björn sehr, sehen in ihm viel Potenzial. Es wäre schön, wenn sich der Vertrag schon nach dem Darmstadt-Spiel verlängert.“

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Dass es zu einer weiteren Zusammenarbeit kommt, war nicht immer selbstverständlich: In dieser Saison durchlebte Rother nämlich ein Wechselbad der Gefühle. Zu Saisonbeginn war er unter Ex-Trainer Jens Härtel gesetzt, fehlte in 13 Partien nur zweimal. Danach warfen ihn muskuläre Probleme zurück, im Jahr 2019 saß er häufig auf der Bank. Neuzugang Jan Kirchhoff war auf seiner Position gesetzt.

„Zu Beginn des Jahres war deshalb nicht so einfach für mich“, erzählt Rother. Der 22-Jährige zog sich ein wenig zurück. „Ich wollte mich auf meine Leistung konzentrieren. Jetzt hat sich gezeigt, dass diese Entscheidung richtig war.“

Rother musste sich gedulden. „Wichtig war, dass ich ruhig bleibe. Ich habe oft mit meiner Familie gesprochen, mich mit meinen Mitspielern ausgetauscht“, erzählt er. „Ich hatte solche Phasen auch während meiner Zeit bei Werder II. Dort habe ich gelernt, dass ich im Training dranbleiben muss. Dieses Engagement wird dann irgendwann belohnt.“

Mitte März war es soweit: Nach dem Ausfall von Christian Beck zog Oenning Marius Bülter im Spiel bei Dynamo Dresden von der rechten Abwehrseite nach vorne in den Sturm. Auf der frei gewordenen Position experimentierte er mit Rother. „Der Trainer hatte die Idee, dass ich auf dieser Position, die ich zuvor nie gespielt hatte, auch meine Leistungen bringen kann“, sagt Rother. „So etwas erfordert Mut. Deshalb wollte ich alles geben, um diesen Mut zu rechtfertigen. Ich denke, dass es in den drei Spielen gut geklappt hat.“

Oenning ist begeistert

In Dresden trug sich Rother beim 1:1 sogar in die Torschützenliste ein, beim 0:0 gegen Heidenheim und beim 2:1 in Hamburg stand die Defensive sicher.

Oenning ist von Rothers Mentalität begeistert. „Björn hat sich im Training gezeigt, ist drangeblieben. Er hat seine neue Rolle in der Abwehr gut angenommen“, sagt er. „Ich bin froh, wenn sich sein Vertrag verlängern würde. Wir brauchen Spieler, die sich zu hundert Prozent reinhängen.“

Am Sonnabend soll die FCM-Defensive wieder gut stehen, wahrscheinlich mit Rother auf der rechten Seite. „Die Punkte aus Hamburg sind erst etwas wert, wenn wir gegen Darmstadt nachlegen. Nach dem Spiel kann ich dann über Vertragskonstellationen nachdenken“, stellt er klar.

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