Ernst fällt mindestens vier Monate aus

Gestern Vormittag ist FCM-Rechtsverteidiger Dominik Ernst im Uniklinikum operiert worden. Die OP ist ohne Komplikationen verlaufen. Neben einem Außenknöchelbruch wurde auch ein Innenband- und Syndesmosebandriss festgestellt. Ernst wird mindestens vier Monate ausfallen, eine Rückkehr zum Vorbereitungsstart im Juni ist unwahrscheinlich. Die schwere Verletzung zog er sich am vergangenen Freitag beim 0:1 des Clubs in Duisburg zu. In der 60. Minute hatte sich Ernst gegen Ahmet Engin eigentlich bereits durchgesetzt. Doch der Duisburger ließ nicht locker und trat Ernst von hinten brutal auf die linke Wade.

Magdeburg l Björn Rother redet nicht drumherum. Deshalb findet der Mittelfeldspieler des 1. FC Magdeburg auch klare Worte, wenn es um die sportliche Situation beim FCM geht. „Wir hatten zuletzt in Duisburg sehr viele Flanken, die aber kaum etwas eingebracht haben. Daran müssen wir arbeiten und uns verbessern“, sagt er. Zwar saß der 23-Jährige in dieser Partie 90 Minuten auf der Bank. Trotzdem steht für Rother, der in den Wochen zuvor gute Leistungen gezeigt hatte, fest: „Die Jungs wissen genau, dass es nicht gut war, was von außen kam.“

Rother weiß auch genau, worauf es im Kampf um den Klassenerhalt, in dem sich der FCM momentan befindet, ankommt. Denn während seiner Zeit bei Werder Bremen II von 2015 bis 2017 kämpfte er beide Jahre bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg. „Damals war es bei Werder wichtig, dass wir die Situation früh erkannt haben, uns dieser gestellt haben. Das haben wir uns jetzt auch bewusst gemacht. Jedem muss klar sein, worum es geht, was zu tun ist“, sagt er.

Eine Wellenlänge finden

Die Mannschaft müsse sich einig sein, auf dem Rasen einen gemeinsamen Weg finden. „Gegen Jena sah das schon gut aus. Wir waren klar auf Ballgewinne und schnelles Umschalten eingestellt“, sagt er. Aber: „In Duisburg hatte ich nicht immer das Gefühl, dass wir eine Sprache sprechen. Einer wollte flanken, ein anderer flach spielen. Da waren wir nicht auf derselben Wellenlänge.“

Und diese Gemeinschaft gelte es jetzt zu stärken, einem klaren roten Faden zu folgen. „Aus der Erfahrung mit Bremen kann ich sagen, dass es ab dem Moment, als wir uns einig waren, was wir spielen wollen, Erfolg hatte. Mit zwei, drei verschiedenen Ansätzen wird das nicht funktionieren“, stellt Rother klar. Und: „Wir müssen klar kommunizieren. Es geht darum, zu kämpfen, effektiv zu sein, auch mal dreckig zu gewinnen. Es zählen nur Punkte für den Klassenerhalt. Wer diesem Druck nicht gewachsen ist, soll sich melden und wäre dann erst mal draußen. Ich glaube aber nicht, dass das bei uns der Fall ist.“

Bloß kein Herzschlagfinale

Mit Werder Bremen II rettete er sich 2016 und 2017 jeweils am letzten Spieltag, jeweils durch Siege gegen den VfR Aalen. Das tat er übrigens beide Male an der Seite von Thore Jacobsen, den der FCM bis Saisonende von Werder ausgeliehen hat. Trotz des glücklichen Ausgangs in beiden Jahren mit Bremen braucht Rother laut eigener Aussage ein solches Herzschlagfinale nicht noch mal. Denn: „Es ist kein schönes Gefühl, wenn man weiß, dass man noch zwei Spiele hat und beide gewinnen muss. Es ging in diesen Partien um die Arbeit einer ganzen Saison.“

2016 saß er zunächst gemeinsam mit Jacobsen in Aalen auf der Bank und fieberte voller Anspannung mit seinen Mannschaftskollegen mit. „Uns wurde eigentlich verboten, das Handy zu nutzen, um zu gucken, wie es bei den anderen Spielen steht. Der Enkel des Zeugwarts hat uns aber mit Ergebnissen versorgt“, erinnert sich Rother.

Richtige Körpersprache und Überzeugung

Damit der FCM in dieser Saison nicht bis zum Schluss zittern muss, gilt es, die richtige Körpersprache zu zeigen – auch wenn das nach den durchwachsenen Ergebnissen der vergangenen Wochen sicherlich nicht so einfach ist. „Niemand wird uns aber auf die Schulter klopfen und sagen, dass es schon irgendwie klappt. Wir müssen die Überzeugung haben, dass wir auf jeder Position so gut besetzt sind, dass wir den Gegner schlagen“, versichert Rother. Und: „Uns sollte auch völlig egal sein, gegen wen wir spielen. In dieser Liga gibt es sowieso keine leichten Spiele, das haben die vergangenen Wochen gezeigt und alle Vereine bereits zu spüren bekommen.“

 

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