Magdeburg l So langsam, sagt Daniel Steininger, muss die Niederlage gegen den Halleschen FC (0:2) aus den Köpfen raus. „Es bringt ja nichts, wir haben es besprochen“, so der Offensivspieler des 1. FC Magdeburg, der deshalb gestern Vormittag bei sich den Reset-Knopf drückte. Ein geeigneter Zeitpunkt, läutete Trainer Thomas Hoßmang da doch auch endgültig den Start in die neue Trainingswoche ein.

„Am Montag haben wir das Spiel analysiert, das war richtig und wichtig. Wir sollen uns ja auch darüber ärgern“, sagt Steininger. Am Dienstag folgte ein freier Tag und jetzt „liegt der Fokus schon auf dem Auswärtsspiel“. Das Steininger und Co. nach München zu 1860 führt. „Eine Mannschaft, die einen größeren Umbruch hinter sich hat. Ein junges Team mit erfahrenen, abgezockten Spielern im Angriff“, sagt Steininger. Beispielsweise mit einem Sascha Mölders, 35 Jahre alt, dem beim 3:1-Sieg gegen Meppen ein Traumtor gelang.

Es wird also nicht leicht für den FCM, zumal die Partie auch noch vor einer Geisterkulisse stattfinden wird. Aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen im Stadtgebiet München sind Zuschauer im Grünwalder Stadion nämlich nicht erlaubt. „Schwer zu sagen, ob das ein Vor- oder Nachteil ist. Mit Fans ist es immer emotionaler. Aber auch mit Geisterspielen haben wir seit dem Re-Start ja schon Erfahrungen gemacht“, meint Steininger.

Der 25-Jährige hat trotz des missglückten Auftakts eigentlich allen Grund, positiv nach vorn zu blicken. Im Pokalspiel gegen Darmstadt stach er als Vorlagengeber heraus, stand 86 Minuten auf dem Feld. Gegen den HFC dann sogar über 90 Minuten. Für ihn ein klarer Schritt in die richtige Richtung, „auch wenn ich mich natürlich geärgert habe, dass ich an die Leistung im Pokal nicht anknüpfen konnte“.

Dennoch: Nach seinem Wechsel in der Winterpause von Greuther Fürth zum Club saß er ja erst einmal auf der Bank. Lediglich gegen Zwickau und Mannheim Ende Januar, Anfang Februar durfte er für rund 20 Minuten aufs Feld. Der damalige Trainer Claus-Dieter Wollitz führte die Folgen einer Meniskusverletzung sowie einen damit verbundenen konditionellen Rückstand als Gründe an. Während und nach der Corona-Pause arbeitete sich Steininger dann langsam an die Mannschaft ran, kam in den letzten sechs Drittliga-Partien stets zum Einsatz.

„Jetzt konnte ich die Vorbereitung auf die neue Saison gut durchziehen, bin fit“, sagt der gebürtige Passauer. Von der Kritik, die nach der Auftakt-Niederlage auf den FCM einprasselte, will er sich nicht unterkriegen lassen: „Ich lese mir das nicht durch, weil es den Fokus vom Wesentlichen ablenkt. Außerdem will ich positiv bleiben.“

Und mit dieser Einstellung bestenfalls schon gegen München eine ganz „andere Art und Weise an den Tag legen“. Die Niederlage im Derby kann er nicht ungeschehen machen, sie mit entsprechender Leistung aber wettzumachen – das ist am Sonnabend sein Ziel.