Ingolstadt l Es war kalt in Ingolstadt. Bei Temperaturen um ein Grad war auch die Unterstützung der Heimmannschaft zunächst sehr frostig. Als der Stadionsprecher die Fans als „zwölften Mann“ ankündigte, blieb das Echo von den Rängen fast komplett aus. Es war daher kaum überraschend, dass einige Ingolstädter Anhänger auf der Haupttribüne zusammenzuckten, als die FCM-Fans plötzlich ihre lauten Gesänge anstimmten.

Richtig aufgeheizt war die Stimmung bei den rund 1000 mitgereisten FCM-Fans nach dem Abpfiff. Der Club hatte gerade 1:0 (0:0) gewonnen. Es war der zweite Pflichtspielsieg in Folge. Mann des Abends war Philip Türpitz, der in der 70. Minute für Felix Lohkemper eingewechselt wurde und elf Minuten später zum entscheidenden 1:0 traf.

Irgendwie passte dieser Erfolg zum neuen FCM im Jahr 2019. Die Mannschaft spielt nicht immer schön, ist aber im Vergleich zur Vorrunde effizienzt und erfolgreich.

Dabei war die Partie in Ingolstadt in der ersten Hälfte nämlich ein Spiegel der Tabellenplätze beider Mannschaften. Ingolstadt war die Verunsicherung nach einer bisher schwierigen und enttäuschenden Saison anzumerken. Der FCM stand in der Defensive zwar recht sicher, auf dem Weg nach vorne blieb das Team aber sehr blass.

Nur zwei Szenen sorgten dafür, dass die Zuschauer für einen kurzen Moment wach wurden: In der zwölften Minute hatte Ingolstadts Christian Träsch nach einem Konter das 1:0 auf dem Fuß. Er schoss aber freistehend links vorbei. Auf der Gegenseite war dann der Ball zwar im Tor, Lewerenz stand aber nach einem Lohkemper-Schuss aber im Abseits (13.).

Viel Kampf, wenig Spiel

Ansonsten blieb es insgesamt bei viel Kampf und wenig Spiel. Oenning stand starr an der linken Seite der Coachingzone.

Schockmoment in der Halbzeit: Mittelfeldmotor Jan Kirchhoff musste wegen muskulärer Probleme in der Kabine bleiben. Für ihn kam Björn Rother.

Nach der Pause ließ sich der FCM zu sehr in die eigenen Hälfte drängen. Das Fehlen von Kirchhoff machte sich sofort bemerktbar. In der Zentrale vor der Abwehr fehlte die Struktur. Der Ball wurde häufig planlos nach vorne geschlagen.

Offensives Lebenszeichen

Ein offensives Lebenszeichen sendete der FCM in der 63. Minute: Michel Niemeyer setzte sich auf der linken Seite gut durch und flankte den Ball in die Strafraummitte. Dort stand Laprevotte, dessen Schuss erst kurz vor der Linie geklärt werden konnte.

Als die Zuschauer kaum noch an ein aufwärmendes Highlight auf dem Rasen glaubten, war es Türpitz, der zumindest den FCM-Fans genau dieses bescherte.