Mannheim/Magdeburg l Gerade einmal acht Spieltage sind in der 3. Liga über die Bühne gegangen, da nimmt der Faktor Zeit beim 1. FC Magdeburg schon eine gewaltige Rolle ein. Einerseits ist die sportliche Situation als Tabellenletzter so bedrohlich, dass Geschäftsführer Mario Kallnik klarstellt: „Wir haben keine Zeit mehr. Ab jetzt geht es los, wir müssen punkten.“ Andererseits werden beim Verein nach erneutem Ausbleiben von ebenjenen Punkten die Zeichen auch so gedeutet, dass man durchaus noch etwas abwarten kann, bis Nägel mit Köpfen gemacht werden.

So wird beispielsweise über einen neuen Sportlichen Leiter – Mario Kallnik hat diesen Posten mit sofortiger Wirkung niedergelegt – „zeitnah“ entschieden. Die suspendierten Spieler Jürgen Gjasula und Sören Bertram werden in einer Woche zur Aussprache gebeten. Zeit für Gespräche nimmt man sich sowieso stets und ständig, bislang folgen auf die Worte allerdings kaum Taten.

FCM verliert in Mannheim deutlich

Inmitten dieses Zwiespalts steht Trainer Thomas Hoßmang. Während die Führung augenscheinlich nichts überstürzen will – entlässt man Hoßmang, stünde allein in diesem Jahr schon der dritte Coach an der Seitenlinie –, will man aber auch nicht sehenden Auges immer mehr den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze verlieren.

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Stand jetzt sieht es so aus, als ob Hoßmang zumindest in der kommenden Woche weiter auf die Rückendeckung des Vereins zählen kann, wie es Kallnik zuletzt auch gegenüber der Volksstimme bestätigte. Seinem Fazit nach den Niederlagen gegen Wiesbaden und Mannheim: „Ich glaube schon, dass wir vieles richtig gemacht haben“, kann man ja auch nicht komplett widersprechen.

FCM mit individuellen Fehlern

Obwohl der FCM am Samstag beim 2:5 (2:2) gegen Waldhof in der Schlussphase unter die Räder gekommen ist, zeigte das Team bis zur 70. Minute eine ordentliche Leistung. Insofern, dass es zweimal einen Rückstand aufholte und sich auch zu zwei Treffern kombinierte. „Wir hatten die Möglichkeit, das Spiel in unsere Richtung zu drehen“, merkt Hoßmang daher zu Recht an. Allein Daniel Steininger hätte in der 63. Minute per Konter die Führung herstellen müssen, setzte seinen Schuss aber rechts am Tor vorbei.

Und auch Kallniks Bewertung – „wir waren auf Augenhöhe, haben Moral gezeigt“ – trifft somit für den Großteil des Spiels zu. Nur eben nicht für die entscheidenden Momente. Vor den Gegentoren häuften sich nämlich individuelle Fehler, diesmal sogar bei den Leistungsträgern. Beim 0:1 segelte Torhüter Morten Behrens im Strafraum am Ball vorbei, beim 1:2 und 2:3 schaffte es die Defensive nicht, den Ball endgültig zu klären, und beim 2:4 und 2:5 war es jeweils Tobias Müller, der sich vom Gegenspieler abhängen ließ beziehungsweise zur Notbremse griff und Rot sah.

FCM-Coach Hoßmang bleibt blass

Raphael Obermair dazu: „Es brauchte nur einen langen Ball und schon hat es gebrannt.“ Auch Kallnik erkannte: „Wir haben gesehen, dass uns noch einiges fehlt.“ Spielerisch stößt der FCM also an Grenzen – nur lassen sich in der laufenden Saison Fehler in der Kaderzusammenstellung kaum nachträglich beheben. Womit man wieder bei der Trainerposition landet.

Hoßmang sieht momentan vor allem die Mannschaft in der Pflicht: „Die Verantwortung, in den entscheidenden Momenten das Richtige zu machen, die müssen die Jungs übernehmen.“ Nur hält letztlich er als Cheftrainer die Fäden in der Hand, gibt seiner Mannschaft einen Plan mit. Fragen nach seiner Zukunft könnte er dementsprechend offensiv angehen und dazu nutzen, den Weg, den er mit dem FCM beschreiten möchte, darzulegen. Einen Ausweg aus der Misere aufzuzeigen.

FCM wertet Situation aus

Stattdessen spricht Hoßmang in Bezug auf seine Rolle beim FCM aber davon, dass er „nur ein kleines Mosaiksteinchen“ sei. Was unfreiwillig komisch wirkt. Und auch, dass Geschäftsführer Kallnik bei einer Pressekonferenz eine Entscheidung des Trainers – die Suspendierung zweier Spieler – erklären muss, obwohl dieser selbst anwesend ist, lässt Hoßmang in seiner Position geschwächt zurück.

Am Montag will der FCM seine Situation „vernünftig auswerten“. Die Zeit verstreicht derweil unerbittlich.

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