Magdeburg l Alles begann mit einer Reise in die georgische Hauptstadt Tiflis. Im November 2016 waren FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik und Sportchef Maik Franz dort ein paar Tage zu Gast. Eingeladen wurden sie von Alexander Iashvili und Levan Kobiashvili. Beide sind aus ihrer Zeit als Bundesliga-Spieler in Deutschland bekannt. Franz spielte mit Iashvili von 2007 bis 2009 beim Karlsruher SC zusammen, mit Kobiashvili von 2011 bis 2014 bei Hertha BSC Berlin.

Kontakt zu alten Bekannten

Mittlerweile haben die beiden Georgier eine Funktionärslaufbahn eingeschlagen: Kobiashvili ist seit 2015 Präsident des Fußballverbandes, Iashvili seit 2016 Vizepräsident und damit Chef der georgischen Nationalmannschaft. Der Kontakt zu Franz riss nie ab. „Wir haben uns damals mit ihnen ausgetauscht, uns ein Länderspiel gegen Moldawien angeschaut“, erzählt Franz.

Seit Freitag steht der georgische Nationaltorhüter Giorgi Loria offiziell beim FCM unter Vertrag. Und das hat eben mit der Reise von 2016 zu tun. Im Training der Nationalmannschaft und auch beim Länderspiel fiel dem FCM-Bossen nämlich eben dieser Loria besonders auf: Der mittlerweile 32-Jährige spielte damals für den russischen Erstligisten Krylya Sovetov Samara. Nach einer Zwischenstation bei Anzhi Makhachkala kehrte er nach Samara zurück, verließ den Verein Ende August 2018 aber und war seitdem vereinslos. „Wir haben mit Kobiashvili und Iashvili über ihn gesprochen und dann kürzlich Kontakt zu Giorgi aufgenommen“, erzählt Franz.

Der FCM musste noch mal reagieren

Fakt ist: Der FCM musste auf der Torhüterposition noch etwas tun. Mit dem 23-jährigen Alexander Brunst, dem 23-jährigen Mario Seidel sowie dem 18-jährigen A-Junior Tim Kips fehlte auf dieser Position Erfahrung. Das sieht auch Franz so: „Nach dem Abgang von Jasmin Fejzic hatten wir auf der Torhüterposition eine Lücke. Es wäre waghalsig gewesen, mit drei jungen Torhütern durch die weitere Saison zu gehen.“

Mit Loria, der zunächst einen Vertrag bis Saisonende unterschrieb, soll diese Lücke geschlossen werden. Denn die Vita des Winter-Neuzugangs ist vielversprechend: Obwohl er vereinslos war, hütete er weiter das Tor der georgischen Nationalmannschaft. Von September bis Ende November 2018 stand er in sechs Nations-League-Spielen im Tor – Georgien gewann fünf Partien und holte ein Unentschieden. Insgesamt bestritt er bisher 47 A-Länderspiele.

Loria hielt sich bei Dinamo Tiflis fit

Zuletzt hielt sich Loria bei seinem Heimatverein Dinamo Tiflis fit. „Giorgi hat eine interessante Vita. Er verfügt über sehr viel Erfahrung, spricht fließend Englisch und ist ein Teamplayer“, sagt Franz.

Beim FCM bekommt er die Trikotnummer 1. Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Loria auch Stammkeeper wird?

Franz stärkt dem momentanen Stammtorhüter Alexander Brunst den Rücken. „Wir haben klar gesagt, dass Alexander die Nummer eins ist. Er kann die Zukunft des FCM sein.“ Der Sportchef stellt aber auch klar: „Es gilt aber natürlich trotzdem das Leistungsprinzip.“

Brunst ist als Stammkeeper gefordert

Oder anders gesagt: Sollte sich Brunst Schwächen erlauben, würde mit Giorgi Loria ein international erfahrener Torhüter parat stehen, der bereits Champions-League-Qualifikationsspiele und Europa-League-Partien auf seinem Konto hat. „Giorgi hat richtig Lust auf Deutschland und auf den FCM. Er hätte woanders deutlich mehr Geld verdienen können“, betont Franz.

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