Magdeburg l Die Neugier war groß. Mehr als 200 Fans des 1. FC Magdeburg ließen sich gestern um kurz nach 14 Uhr trotz frostiger Temperaturen nicht davon abhalten, die erste Trainingseinheit des neuen Coaches Claus-Dieter Wollitz zu beobachten.

Die Erwartungen an Wollitz sind hoch. Nach nur 27 Punkten aus 20 Spielen belegt der FCM in der Drittliga-Tabelle nur den zwölften Platz. Der neue Trainer betonte bei seiner Vorstellung im Rahmen einer Pressekonferenz, dass die Ansprüche des Clubs höher sein müssen: „Wir sind davon überzeugt, dass wir das Potenzial haben, schnellstmöglich dahin zurückzukehren, wo jeder hinwill – in die 2. Bundesliga. Das ist das Ziel.“

Zu wenig Tore sind ein Problem

Und der 54-Jährige hat bereits einige Schwächen ausgemacht, an denen er arbeiten will. „Wir haben nur 1,35 Tore pro Partie erzielt. Das ist viel zu wenig, das müssen wir erhöhen. Es gilt, dass wir möglichst schnell Konstanz in unsere Leistungen bekommen“, sagte Wollitz.

Wie er die Offensive verbessern will, verriet der Coach zwar nicht. Dass sich die Spieler aber nicht nur wegen der niedrigen Temperaturen warm anziehen müssen, ließ er bereits durchklingen. „Ich möchte erfolgreichen Fußball spielen, da geht es weniger um Systeme. Es zählen auch keine Namen. Jeder Spieler muss Verantwortung übernehmen“, sagte er. Und: „Das geht nur mit harter Arbeit. Doch dafür müssen wir alle aus der Komfortzone heraus. Es zählt das Hier und Jetzt, nicht die Vergangenheit.“

Neuer Impuls für das Trainerteam

Unterstützend zur Seite stehen wird Wollitz mit René Renno ein Co-Trainer, der zuletzt auch bei Energie Cottbus an seiner Seite war. „Ich kenne René bereits seit vielen Jahren, habe ihn damals als Spieler nach Cottbus geholt.“ Silvio Bankert bleibt zudem als weiterer Co-Trainer erhalten. „Wir hatten auch zwei Co-Trainer, als Jens Härtel Coach war. Silvio ist gleichberechtigt mit René, hatte zuletzt aber sehr viele Aufgaben auf seinen Schultern. Er ist auch noch ein junger Trainer. Uns war deshalb wichtig, auch im Trainerteam einen neuen Impuls zu setzen“, sagte FCM-Sportchef Maik Franz.

Auf ein weiteres bekanntes Gesicht trifft Wollitz auch in der Mannschaft. In der Rückrunde der vergangenen Saison trug Jürgen Gjasula nämlich das Cottbuser Trikot. „Ich hatte mit ihm in den vergangenen Tagen Kontakt, Jürgen ist ein Top-Spieler und ein Top-Typ. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“

Straffer Zeitplan

Der Zeitplan beim FCM ist straff, bereits morgen geht es ins Trainingslager nach Spanien. Dort will Wollitz mit seinem Team die Grundlagen für die Rückrunde legen. Von einzelnen Teambuilding-Maßnahmen während eines Trainingslagers hält Wollitz allerdings nichts. „Wenn man so etwas einmal macht, verpufft das. Ich muss jetzt die Mannschaft schnell kennenlernen. Dann müssen wir gemeinsame Unternehmungen kontinuierlich planen. Nur so gibt es einen echten Effekt“, betonte er. Meinung

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