Magdeburg l Der Geburtstag seiner Schwester, das Wiedersehen mit Eltern und Freundin am Wochenende haben Joel Abu Hanna die Niedergeschlagenheit etwas genommen. Und neue Kraft gegeben. Der 20-Jährige, der im Sommer vom 1. FC Kaiserslautern nach Magdeburg gewechselt ist, wird erneut von einer Verletzung ausgebremst. Adduktoren-Zerrung lautet die Diagnose. Wie lange er ausfällt, steht noch nicht fest.

Es ist ein Déjà-vu, das ihn an seinen Muskelfaserriss im Oberschenkel erinnert, der die Vorbereitungszeit mit dem FCM durchkreuzte. Aber diesmal ist es noch ein Stück bitterer. „Im Sommer war es ja ganz am Anfang der Spielzeit“, sagt Abu Hanna, „aber jetzt bin ich nicht damit zufrieden, wie die Saison persönlich für mich verläuft. Und das Testspiel war eine Chance.“ Eine Chance, um auf sich aufmerksam zu machen. „Dem Trainer zu zeigen: Hallo, ich bin auch noch da“, fügt Abu Hanna an, hebt die Hand und winkt.

Emotionen bei FCM-Test in Wolfsburg

Als er in Wolfsburg vom Rasen lief, arbeitete es in ihm. Tränen standen ihm in den Augen. „Da kam einfach alles über mich. Die Emotionen der letzten Wochen, wie es jetzt gelaufen ist. Ich habe mir einfach nur gedacht: So eine Scheiße, das kann ja nicht wahr sein“, erzählt Abu Hanna. Mittlerweile wirkt er aufgeräumter, den „sentimentalen Moment“ habe er hinter sich gelassen.

Jetzt also beginnt das Heranarbeiten an einen Platz in der Startelf von Neuem. „Für Außenstehende sagt sich das so leicht, du musst dranbleiben, weitermachen“, sagt der 20-Jährige, „aber, wenn man selbst in der Situation ist, ist es gar nicht so einfach. Auch, wenn ich immer probiert habe, positiv zu bleiben, gelingt das nicht immer.“

Ziel ist Einsatz vor Winterpause

In seinem Fall auch deshalb, weil er sich selbst in einer aussichtsreichen Position für einen Einsatz wähnte. „Mit meinen Trainigsleistungen war ich zufrieden“, erzählt Abu Hanna, „ich denke, ich habe dem Trainer keinen Grund gegeben zu sagen: Den Spieler kann ich auf gar keinen Fall aufstellen.“ Das hat Jens Härtel bislang zwar noch nicht getan. Doch Abu Hanna lässt nicht locker, hat sich bereits ein neues Ziel gesteckt: „Vor der Winterpause will ich auf jeden Fall noch auf dem Platz stehen. Ich bin positiv gestimmt.“

Schlussendlich sei der Fußball halt so. „Wir haben uns für die guten Seiten entschieden – und somit auch für die schlechten.“

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