Diesdorf l Wenn man in der 92. Minute den Ausgleich erzielt, muss man sicherlich von einem glücklichen Zähler sprechen. Doch ob der Diesdorfer SV am Sonnabend mit dem 1:1 (0:1) gegen den Haldensleber SC II auch wirklich zufrieden war, sei mal dahin gestellt. Für die Elf von Trainer Jörg Kleiner, die sich über die gesamte Spielzeit hinweg Feldvorteile verschaffte, war unterm Strich im Kellerduell der Fußball-Landesklasse, Staffel I, mehr möglich. Immerhin rettete Michael Kuhlmann dem Aufsteiger einen Zähler.

Dagegen konnte HSC-Trainer Nico Bremse in der Schlussphase förmlich zusehen, wie ihm die Spieler ausgingen. Denn gleich drei davon sahen von Schiedsrichter Christoph Rückmann die Gelb-Rote Karte. „Das war eine schwache Leistung des Referees. Er und sein Assistent waren sich oft nicht einig. Doch auch von uns war das zu wenig, wir haben hier heute ganz klar zwei Punkte liegen gelassen“, erklärte Bremse nach der Partie, genau wie seine Spieler angesäuert. Doch lag es sicherlich nicht an Schiri Rückmann, weshalb die Verbandsliga-Reserve den Ausgleich kassierte, sondern vielmehr am starken Diesdorfer Kampfgeist, der sich am Ende noch auszahlte. „80 Minuten lang haben wir auf das gegnerische Tor gespielt. Der HSC stand defensiv, hat sein Tor allerdings gut herausgespielt. Diesen Schock mussten wir erst einmal verdauen. Wir hatten zu Beginn zwar gute Chancen, die wir aber nicht genutzt haben. Nach der Pause war die Moral wirklich super. Wir haben ganz stark gekämpft und uns unterm Strich den Punkt noch verdient“, fasste DSV-Coach Kleiner zusammen, dessen Elf ihren siebten Saisonzähler einfuhr.

Die Platzherren begannen forsch und kamen früh zu guten Chancen. Mario Winkler (2.), Christopher Brauer (5.), zweimal Michael Kuhlmann (12., 14.) und Stefan Sültmann (16.) verpassten allerdings die mögliche Diesdorfer Führung, die nicht einmal unverdient gewesen wäre. Auf der Gegenseite fiel aus heiterem Himmel das 1:0 für den HSC II. Sebastian Wojtzyk wurde gut freigespielt und überwand Schlussmann Daniel Wolter überlegt (20.). In der Folge wirkte der DSV etwas gelähmt, während die Gäste beinahe nachgelegt hätten. Eric Peuschel scheiterte zunächst am Pfosten, den Nachschuss von Wojtzyk klärten die Gastgeber auf der Linie (29.). Den knappen Vorsprung zur Pause rettete Keeper Bennet Fattroth seiner Mannschaft mit einer Glanzparade nach einem Sültmann-Freistoß (43.).

Während sich die Haldensleber mit dem 1:0 im Rücken auch nach dem Seitenwechsel auf eine sichere Abwehr konzentrierten, lief der DSV immer wieder aufs Neue an. Doch es blieb beim Anlaufen, denn Chancen kamen nicht heraus, weil zum einen die Ideen fehlten, zum anderen aber auch die HSC-Hintermannschaft einen guten Job machte. Noch defensiver verhielt sich das Bremse-Team, als Dennis Girke in der 75. Minute die erste Gelb-Rote Karte kassierte. Bei allen Bemühungen fanden die Diesdorfer allerdings nicht den Weg vor das Gehäuse von Fattroth. Nachdem die Gäste in Folge eines Eckballs noch klären konnten, zielte Stefan Benecke am Kasten vorbei (89.). Nach einer Unsportlichkeit sah dann auch noch der gute Eugen Schunaew den Gelb-Roten Karton (90.+1). Mit neun Akteuren schaffte es die Verbandsliga-Reserve nicht, den Vorsprung über die Zeit zu retten. Michael Kuhlmann überlupfte Bennet Fattroth stark zum vielumjubelten 1:1-Ausgleich (90.+2). Da anschließend nur noch Sekunden zu spielen waren, bedeutete dies den Endstand. Nicht ganz zufrieden schien damit HSC-Akteur Arne Schiefer gewesen zu sein, der nach einigen Worten gegen Schiedsrichter Christoph Rückmann auch noch den dritten Platzverweis (Gelb-Rot) kassierte.

Diesdorfer SV: Wolter - Brauer, Sültmann, Villmow (46. Agte), Winkler (70. M. Bock), Piep, Kuhlmann, Jentschke, Benecke, St. Bock, Klapper.

Haldensleber SC II: Fattroth - Wojtzyk (77. Dreyer), Klaus (46. Kania), Reuter, E. Peuschel, Krause, A. Peuschel, Girke, Storaczek, Schiefer, Schunaew.

Torfolge: 0:1 Sebastian Wojtzyk (20.), 1:1 Michael Kuhlmann (90.+2).

SR: Christoph Rückmann (Langenapel).

Vorkommnisse: Gelb-Rote Karten gegen die Haldensleber Dennis Girke (75.), Eugen Schunaew (90.+1) und Arne Schiefer (nach Spielende).