Netanya/Magdeburg l Eine Zeit von 15:02,61 Minuten stand am Ende eines „verdammt harten Rennens“ auf der Anzeigetafel. Darüber hielt sich die Freude bei Florian Wellbrock mehr als in Grenzen. „Mit dieser Zeit bin ich nicht zufrieden“, erklärte er am Donnerstag nach seinem Vorlauf über die 1500 Meter Freistil bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Netanya (Israel). Der Schwimmer des SC Magdeburg hatte bei seinem EM-Debüt nicht unbedingt mit dem Final-Einzug in seinem einzigen Wettbewerb geliebäugelt, am Ende belegte er Platz 15. Aber unter 14:50 Minuten und damit Altersklassenrekord (Jahrgang 1997) wollte er schwimmen. Für solch eine Leistung hätte bei Wellbrock alles passen müssen. Aber es hat nicht alles gepasst. Im Gegensatz zu Paul Biedermann und Marco Koch, die am zweiten Tag der Titelkämpfe jeweils Gold gewannen.

Wellbrocks Trainer Bernd Berkhahn erklärte: „Der Druck, das Gefühl haben gefehlt. Alles, was vorgestern im Training noch super lief. Das ist sehr schade, weil er hierfür sehr hart gearbeitet hat.“ Wellbrock wird auch weiter hart arbeiten, denn auf die längste Distanz im Becken wird er sich auch für die Langbahn-Saison mit deutscher Meisterschaft im Mai in Berlin sowie Europameisterschaft im gleichen Monat in London fokussieren. „Darauf liegt jetzt meine volle Konzentration“, bestätigte der 18-Jährige.

Wellbrock hat sich dann der Gruppe des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) angeschlossen, um von der Tribüne aus die aktiven Athleten lautstark zu unterstützen. Allen voran Paul Biedermann und Marco Koch, die am Donnerstagabend also die ersten Titel für das Team sammelten. Biedermann, 29 Jahre, schwamm über 200 Meter Freistil in 1:42,68 Minuten zu Gold und erklärte: „Ich freue mich, dass ich in meinem letzten Kurzbahn-Rennen noch einmal Gold geholt habe, einfach schön.“ Nach Olympia in Rio wird er seine Karriere beenden. Der 25-jährige Koch verpasste beim Sieg über 200 Meter Brust in deutscher Rekordzeit von 2:00,53 Sekunden den Weltrekord nur um fünf Hundertstelsekunden. Was der Darmstädter beim Blick auf die Anzeigetafel dann dachte? „Ach scheiße, ich wäre lieber deutlicher unter meiner bisherigen Bestzeit geblieben.“