Zerbst/Quellendorf l „Wir waren mal 19 Führungskräfte, künftig sind wir nur noch zu Viert“, konstatiert Kreisbrandmeister Heiko Bergfeld. Geschuldet ist die personelle Reduzierung zum einen der Gebietsreform, in deren Folge die Anzahl der Brandschutzabschnitte von fünf auf drei verringert wurde. Zum anderen gibt es mit dem Auslaufen der aktuellen Amtszeiten zum 31. Dezember keine stellvertretenden Abschnittsleiter mehr. Stattdessen vertreten sich die nun neu ernannten Abschnittsleiter gegenseitig, wie es in der entsprechenden Beschlussvorlage für den Kreistag heißt. Bei einer Enthaltung stimmte jener der Berufung der von den Wehrleitern vorgeschlagenen Kandidaten zu.

Jene hatten sich unter den fünf Bewerbern mehrheitlich für Berndt-Michael Müller (Raguhn-Jeßnitz), Daniel Berg (Wolfen) und Andreas Hafermalz (Zabitz) entschieden. Alle Drei haben bereits Erfahrungen als kreisliche Führungskräfte, wie Heiko Bergfeld erklärt. So leitete Andreas Hafermalz bislang den Brandschutzabschnitt Nord, zu dem ebenfalls die Einheitsgemeinde Zerbst, gehört. Unterdessen bildeten Berndt-Michael Müller (Leiter) und Daniel Berg (Stellvertreter) das Führungsduo im Abschnitt Süd.

Im Rahmen der Jahresabschlussberatung der Fachdienste im Katastrophenschutz am Montagabend in Quellendorf wurden die beiden durch Landrat Uwe Schulze (CDU) als zukünftige Abschnittsleiter ernannt. Die Berufung in das Ehrenbeamtenverhältnis zum 1. Januar 2016 erfolgt für die Dauer von sechs Jahren. Derweil wurde Andreas Hafermalz die Funktion eines Abschnittsleiters zunächst zeitlich befristet auf zwei Jahre übertragen. „Ihm fehlt noch ein Lehrgang, die ,Einführung in die technische Einsatzleitung/Stabsarbeit‘“, begründet Heiko Bergfeld. Diese Voraussetzung werde erst seit September gefordert, ergänzt er.

Abschnitte nach Inhalten gegliedert

Wie der Kreisbrandmeister darlegt, sind die Zuständigkeiten der Abschnittsleiter fortan nicht mehr territorial definiert, sondern inhaltlich. So wird sich Andreas Hafermalz hauptsächlich um die Fachdienste im Katastrophenschutz kümmern. Der Schwerpunkt von Berndt-Michael Müller liegt in der Einsatzplanung und -vorbereitung sowie der Risikoanalysen. „Gleichzeitig fungiert er als mein Stellvertreter“, bemerkt Heiko Bergfeld. In die Verantwortung von Daniel Berg fällt die Aus- und Fortbildung der Feuerwehrkräfte und zwar speziell hinsichtlich der Kreisausbildung.

Arbeitsgruppen bilden

„Wir verzeichnen immer weniger Teilnehmer bei den Lehrgängen, auch die Ausbilder werden knapper“, erklärt Bergfeld. Mit der Zukunft der Kreisausbildung soll sich eine Arbeitsgruppe (AG) befassen – eine von mehreren, deren Bildung im nächsten Jahr geplant ist. In diesen sollen nicht nur die verschiedenen Stadt- und Gemeindewehren vertreten sein, sondern ebenfalls das Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst, führt der Kreisbrandmeister aus.

Wie er schildert, soll ebenfalls eine AG „Technische Einsatzleitung“ geschaffen werden. Diese wird Großeinsätze beispielsweise bei Hochwasser oder einem Bahnunglück durchspielen, um im Ernstfall optimal handeln zu können. Auch eine AG „Atemschutzverbund“ listet Heiko Bergfeld auf und benennt damit eine Aufgabe, „die ich mir persönlich auf die Fahne geschrieben habe“. In Anhalt-Zerbst gab es diesen Verbund, dessen Kern darin bestand, dass der Landkreis anstelle der Kommunen die Atemschutztechnik für die Wehren erwirbt und betriebsbereit hält und nicht jede Wehr über eigene Technik verfügt.

„Man darf aber keine Wunder erwarten, dass alles sofort passiert“, so der Kreisbrandmeister. Zumal „wir alle nur ehrenamtlich tätig sind“, gibt er zu bedenken. Nicht unerwähnt lässt Bergfeld die funktionierende Zusammenarbeit mit Landrat und Verwaltung. „Dort finden wir immer ein offenes Ohr“, sagt er. Dabei seien sie an vernünftigen, bezahlbaren Lösungen interessiert.