Der Bundesnachrichtendienst hat mit Geheimnissen so seine liebe Not. Er kann sie nicht bewahren. Erst kürzlich hat ein unterbeschäftigter Postverteiler die wenigen Geheimnisse der deutschen Späher, die der NSA noch nicht gelüftet hat, für regelmäßige Tausender an die Amerikaner verkauft.

Kostenlos gibt der BND die Geheimnisse, die er bei befreundeten Staaten ausbaldowert hat, an die NSA weiter. Mehr Transparenz geht nicht. Zeit, das der Geheimdienst mal wieder ein Gehemnis für sich behält, fand die Künstlerin Ulrike Böhme, die extra für den BND 100 Geheimnisse gesammelt und 100 Jahre sicher untergebracht hat.

Schusseliger Geheimdienst

Menschen aus ganz Deutschland haben ein Geheimnis aufgeschrieben. Bilder von Ihnen - mit geschlossenen Augen - hängen als Kunstprojekt „In den Köpfen...“ in einem Gebäudetrakt der neuen riesigen BND-Zentrale in Berlin. Ja, richtig, das ist der Milliarden-Euro-Bau, von dem geheime Baupläne plötzlich verschwunden waren. Man muss also Verständnis dafür haben, dass die Künstlerin die Geheimnisse nicht den schusseligen Geheimdienstlern überlassen hat.

Die 63-Jährige übergab die versiegelte Kassette mit den Briefen dem Deutschen Historischen Museum zur langjährigen Aufbewahrung. Erst vom 21. September 2112 an, hundert Jahre nach Projektbeginn, sollen sie in einer Ausstellung veröffentlicht werden. Angela Merkel hat der Künstlerin leider nicht geantwortet. Vermutlich, weil sie nach dem jüngsten NSA-Lauschangriff kein Geheimnis mehr hatte.