Klietz l Zu denjenigen, welche auch über die vergangenen Feiertage durcharbeiten mussten, zählen die ambulanten Pflegekräfte. An Heiligabend, den Weihnachtsfeiertagen oder am Neujahrstag mussten die Patienten natürlich ebenfalls gewaschen, an- oder ausgezogen, beköstigt, mit Medizinmaterial oder Medikamenten versorgt werden.

So auch beim Klietzer Pflegedienst Wendt: Am Neujahrstag war bei den sechs Schwestern der Frühschicht spätestens um 6 Uhr die Nachtruhe vorbei. „Ein Patient wird sogar bereits um 5.45 Uhr aufgesucht“, berichtete Geschäftsführer Rolf Wendt. Zuerst kommen die Frühaufsteher an die Reihe. Die Zeiten werden für jeden Einzelnen so eingetaktet, dass genug Zeit bleibt, sich in Ruhe um den Patienten zu kümmern.

So kann denn Schwester Katarina Blümner bei Edith und Hans-Alfred Zimmermann in Klietz auch noch auf einen Kaffee mit am Frühstückstisch sitzen. Fünfmal am Tag wird Edith Zimmermann vom Pflegedienst aufgesucht, ihr Frühstück nimmt sie im Rollstuhl sitzend ein. „Man fühlt sich wie ein Familienmitglied“, berichtet die Schwester.

Hat ein Patient keine Angehörigen, erledigen die Schwestern fast alle anfallenden Arbeiten. Sie gehen einkaufen und mit dem Patienten spazieren oder zum Arzt, reinigen die Wohnung oder lesen dem Pflegebedürftigen vor. Diese zusätzlichen Betreungsleistungen werden seit dem Vorjahr von den Krankenkassen ebenfalls bezahlt – allerdings nicht unbegrenzt. Vorher mussten dies die Patienten aus eigener Tasche bezahlen.

Falls nichts dazwischenkommt, dauert der Arbeitstag in der um 15 Uhr beginnenden Spätschicht bis etwa 21.30 Uhr. Die Dienstpläne werden im Team erstellt, so kann eine Schwester Weihnachten freinehmen, die andere hingegen Silvester. Es gibt natürlich auch Jahrespläne mit den Urlaubszeiten, monatlich und auch wöchentlich werden diese Pläne dann angepasst.

Der Klietzer Pflegedienst ist in drei Bereiche unterteilt, neben Klietz sind dies Havelberg und Schollene – dort gibt es auch Schwesternstationen. Betreut werden Patienten zwischen Havelberg und Schönhausen, die zumeist in Vollzeit beschäftigten Schwestern arbeiten dabei allerdings schon an der Kapazitätsgrenze. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, es gibt inzwischen sogar schon Wartelisten. Einfach neue Arbeitskräfte einstellen, ist derzeit nicht möglich, der Markt ist leergefegt. „Die frisch Ausgebildeten zieht es erst einmal in die Großstädte“, berichtet Rolf Wendt über den Grund für diese Misere.

Auch neue Arbeitsplätze werden geschaffe

Um das Problem auch für die Angehörigen etwas zu entschärfen, will der Pflegedienst ab Frühjahr dieses Jahres eine Tagespflege anbieten. Dazu sollen der einstige Getränkemarkt in der Birkheide sowie der angrenzende Bereich umgebaut werden, einige Genehmigungen stehen aber noch aus. „Das war auch ein Wunsch etlicher Patienten“, berichtet Rolf Wendt.

Im bis zu 18 Plätze umfassenden Tagespflegebereich wird es diverse Beschäftigungs- und Sportangebote, aber auch einen Ruheraum geben. Natürlich auch Spaziergänge. Wird das Angebot gut angenommen, sollen weitere Partner mit ins Boot geholt werden – wie Frisör oder Fußpfleger. Je nach Wunsch werden die Patienten morgens von zu Hause abgeholt. Den Großteil der Kosten für die Tagespflege zahlt die Kasse, der Patient ist mit einem geringen Anteil – vor allem für die Verpflegung – beteiligt. Die weitere gute Nachricht: Dadurch werden in Klietz auch wieder einige Arbeitsplätze geschaffen.

Das gute Verhältnis zu den Patienten verdeutlichen übrigens auch die vielen Präsente, mit denen die Schwestern von ihren Patienten zu Weihnachten bedacht wurden. Es ist auch ein Ausdruck des Vertauens – und das ist natürlich auch sehr wichtig bei der Pflege.