Schönhausen l Seit Wochen schon erforschen die Schönhauser Konfirmanden das Leben von Pfarrer Herrmann Gehlmann. Unter anderem haben sie hierfür Archivmaterial ausgewertet. Der Geistliche kam 1940 nach Schönhausen und lebte und arbeitete hier bis zu seinem Tod im Jahr 1952. Bestattet wurde er auf dem Schönhauser Friedhof.

Um sein Grab kümmern sich treu und regelmäßig einige Frauen aus dem Dorf. Dennoch nagt der Zahn der Zeit an der schlichten liegenden Grabplatte. Sie war mittlerweile abgesackt und lag schief. Moos und Sand hatten sich in den metallenen Buchstaben festgesetzt. Ein „N“ ist beschädigt. Ein „A“ muss neu befestigt werden.

Infotafel wird aufgestellt

Bei ihrem Vorhaben half Tiefbauer Michael Stange den Jugendlichen mit einem Minibagger, weiteren Werkzeugen und Baumaterial. Er ist Mitarbeiter der Schönhauser Baufirma René Schulz, die das aktuelle Konfirmandenprojekt unterstützt. Jörg Schickhoff aus Neuermark-Lübars hat ebenfalls mitgeholfen, berichtet Pfarrer Ralf Euker.

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Die Jugendlichen planen außerdem, eine Informationstafel am Grab des Pfarrers zu errichten. Auf dieser wird auch zu lesen sein, dass sich der Schönhauser Seelsorger in der Nazizeit mutig gegen die Euthanasie aussprach, die auch von der Fachklinik in Jerichow aus praktiziert wurde. Mit dem Begriff Euthanasie bezeichneten die Nationalsozialisten die von ihnen ins Werk gesetzte Ermordung von Menschen mit psychischen Erkrankungen oder mit Behinderungen.