Magdeburg. Schon mehrfach hatte Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg den Versuch unternommen, Mittelfeldspieler Kosta Rodrigues (31) zu verpflichten. Der Umworbene entschied sich stets anders. Nun ist eine Einigung greifbar nahe.

Vier Tage lang absolvierte der zuletzt beim Drittliga-Absteiger Wuppertaler SV unter Vertrag stehende und seit der Saison 2010/11 vereinslose Rodrigues ein Probetraining, unterzog sich mehreren Tests und konnte letztlich Coach Ruud Kaiser vollständig überzeugen: "Er ist in einer hervorragenden Verfassung, technisch stark, besitzt eine Menge Erfahrung und hat im Training jedes Spiel gewonnen. Auch daran erkennt man, wie fit und ehrgeizig er ist. Nun muss man sehen, ob es finanziell passt."

Genau das ist der Knackpunkt. "Unsererseits besteht großes Interesse. Der Spieler muss allerdings Abstriche machen", sagte Manager Rüdiger Bartsch und ergänzte: "Die Situation ist ähnlich wie bei Eren Sen. Wir suchen Spieler, die schon höherklassig gespielt und dort gute Leistungen abgerufen haben. So etwas ist nicht planbar und manchmal sogar Zufall. Und wenn wir einen neuen Mann verpflichten, dann nicht nur für ein halbes Jahr. Damit wäre uns nicht geholfen, denn wir wollen nächste Saison oben angreifen und dafür eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen."

Zudem ist wie Sen auch Rodrigues ein Akteur, der seine Erfahrung gerne an die jüngeren Spieler weitergibt. Ein weiteres Plus: Der in Rüsselsheim geborene und zweimal mit Eintracht Braunschweig in die 2. Liga aufgestiegene Kicker (2002, 2005) ist ein Linksfuß – davon hat der Club mit Stephan Neumann und "Aufsteiger" Christof Köhne nur zwei.

Apropos Braunschweig: Rodrigues ist dort mit seiner Familie zu Hause. Insofern spricht eigentlich vieles für einen Wechsel zum FCM. Und wenn nicht? Bartsch: "Wir halten die Augen offen. Es kann sein, dass schon bald andere Testspieler bei uns auftauchen."