Wernigerode. Die Ringer des Wernigeröder SV Rot-Weiß müssen in der Oberliga Nord/Ost weiter auf den ersten Heimsieg der Saison warten. Auch im vierten Kampf auf heimischer Matte mussten sich die Mannen um Kapitän Christian Schurig geschlagen geben. Diesmal entführte der ASV Sangerhausen mit einem 19:10-Sieg beide Mannschaftspunkte.

Dabei war der Kampf längst nicht so einseitig, wie es das klare Ergebnis aussagt. Nach vier kampflosen Punkten für Gästeringer Tobias Mayer in der Klasse bis 55 kg gab bei den "Schwergewichten" bis 120 kg Stefan Reichert sein Comeback für die Rot-Weißen. Als Ersatz für Hannes Vetter, der einen Judo-Wettkampf in London bestritt, erledigte er seine Aufgabe sehr ordentlich. Nach einem Rundengewinn spielte Kontrahent Mathias Kurth seine Gewichtsvorteile aus und gewann das Duell im Freistil mit 3:1.

Einen guten Start erwischte auch Erik Palmer in der Freistilklasse 60 kg gegen Anton Riedel, fand sich aber in der 2. Runde auf den Schultern wieder "Schade, für Erik war heute ein Sieg möglich. Er knüpfte in den ersten Runden nahtlos an die starke Leistungen vom Auswärtskampf in Dessau an, wurde dann jedoch von seinem Gegner ausgekontert", so Christian Schurig. Der Kapitän selbst hatte anschließend gegen André Miram (griechisch-römisch, 96 kg) harte Gegenwehr zu brechen. Erneut gaben die Vorteile im Bodenkampf den Ausschlag zu Gunsten von Schurig, der alle drei Runden knapp zu seinen Gunsten entschied (1:0, 1:0, 2:0).

Mit einem 4:11-Rückstand zur Kampfpause gingen die Rot-Weißen keinesfalls chancenlos in die "zweite Halbzeit". Doch schon im nächsten Kampf fiel die Vorentscheidung zu Gunsten des ASV Sangerhausen. André Günther (G/R, bis 66 kg) gewann die ersten Runde mit einem schönen Wurf, wurde aber in Runde drei von seinem Gegner Martin Potz ebenfalls ausgekontert und verlor auf Schultern. Im Anschluss gewannen Michael Volk (Freistil, 84 kg) gegen Marcel Konetzny und Mathias Jahn (Freistil, 74 kg) gegen Marko Rettkowski jeweils mit starken Leistungen glatt in 3:0-Runden, die Niederlage war beim Stand von 10:15 aber nicht mehr abzuwenden. Im letzten Kampf des Abends sah es lange Zeit so aus, als könnte Artjom Moisejew (G/R, 74 kg) den Rückstand weiter verkürzen. Mit 2:1-Runden in Führung liegend, musste auch er gegen Thomas Mitsch eine Schulterniederlage hinnehmen.

"Das Ergebnis fällt sehr deutlich aus und spiegelt den Kampfverlauf nicht wider. In den entscheidenden Kämpfen fehlte uns auch das nötige Glück", so der verletzte Tobias Boeck. Auch Kampfrichter Christoph Krumrey trug mit einigen umstrittenen Entscheidungen dazu bei, dass die Wernigeröder Riege weiter auf den ersten Heimsieg warten muss.