Über eine besondere Aktion für und mit ausländischen Mitbürgern wird in einem Brief an die Lokalsportredaktion berichtet. Darin heist es:

Gemeinsam mit dem Caritasverband für das Dekanat Halberstadt hatte der TSV Anderbeck am Sonnabend ein freundschaftliches Fußballspiel auf heimischen Rasen initiiert. Die Gegner, hauptsächlich Flüchtlinge aus dem frankophonen Westafrikanischen Raum, die derzeit die ZAST in Halberstadt ihr zu Hause nennen, freuten sich sehr über die Einladung und konnten sich mit logistischer Hilfe der Caritas problemlos im 23 Kilometer entfernten Anderbeck einfinden. Der 1920 gegründete Traditionsverein TSV Anderbeck hieß die zahlreich erschienenen "Fremdlinge" so herzlich mit Trikots, Getränken und belegten Brötchen willkommen, dass fremd nur ein Wort blieb, gemeinsam aber das Stichwort des Nachmittags wurde.

Nach dem Anpfiff erlebten Zuschauer und Spieler ein wirklich spannendes und beflügelndes Fußballspiel, das mit einem 4:4 auch ein wunderbares Ende fand. Ein Spielstand, der nur noch durch eine bessere Spielausstattung des Teams aus der ZAST gelungener hätte sein können. Mit einfachen Turnschuhen rutschte so mancher Spieler auf dem nassen Boden auch ohne Ball ins Tor. Ihre Gemüter ließen sie sich jedoch dadurch nicht trüben und schafften es trotz fehlendem Equipment und aller Impulsivität, ihr fröhliches Lächeln zu bewahren. Der Trainer und Spielleiter des TSV Anderbeck, Klaus-Dieter Fritsche, der sich spontan für die Idee der Caritas begeisterte und sein Team und Schiedsrichter Albert Blank mobi- lisierte, lobte das Niveau vieler Spieler und bedauerte, sie nicht direkt als Vereinsmitglieder aufnehmen zu können. Überhaupt, so der Verein, freue man sich über weiteren Zuwachs in allen Altersgruppen, damit die sportliche Tradition im Dorf noch lange weitergeführt werden könne. An diesem Nachmittag spielte die Mitgliederzahl des Vereins jedoch keine Rolle, denn sie bewiesen ihre Größe mit einer Geste, die für ihre Gegner umso bedeutender war. "Ihr seid immer wieder herzlich willkommen!", sagten sie und meinten es auch so. Als Dank dafür revanchierten sich die Gäste mit Trommelklängen und Gesang.

Am Deutsch haperte es zwar noch, dafür war die Atmosphäre umso belebender, so dass die Bereitschaft für ein erneutes Spiel, dann aber besser im Sommer, deutlich gemacht wurde. Einen erfolgreichen Kick in Richtung Toleranz und Integration gab es jedoch auch jetzt schon. Sicherlich ein Vorbild, dem weitere Vereine mit Unterstützung der Caritas gerne folgen dürfen.

Kirsten Helmecke,

Halberstadt