Halberstadt - Die Traditionsfirma Halberstädter Würstchen muss 17 ihrer 159 Arbeitsplätze streichen. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber eine große Handelskette hat 27 von 37 unserer Produkte, vor allem Fertiggerichte, aus der Einkaufsliste gestrichen", sagte die Geschäftsführerin der Halberstädter Würstchen- und Konservenfabrik GmbH & Co. KG, Silke Erdmann-Nitsch, am Freitag. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung". Betriebsrat und Belegschaft würden in Kürze informiert.

Die Kündigungen seien notwendig, um die Firma zu erhalten, so die Geschäftsführerin. Es habe Mitte der Woche Gespräche mit den Einkäufern gegeben, doch bislang ohne Ergebnis. Die Lage sei nicht rosig, aber für Katastrophenstimmung gebe es keinen Grund. "Es ist nicht das Ende der Firma", sagte sie.

Die Fabrik ist 130 Jahre alt und gehört damit zu den ältesten Würstchenfabriken in Deutschland. Der Unternehmer und Vater von Silke Erdmann-Nitsch, Ulrich Nitsch aus Lehrte (Niedersachsen), hatte die Traditionsfirma 1992 von der Treuhand erworben.