Magdeburg - Der Naumburger Dom und die Kulturlandschaft an Saale und Unstrut könnten 2015 in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen werden. Der vom Welterbezentrum in Paris bereits vorgeprüfte Antrag werde im Februar offiziell eingereicht, teilte Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts mit. Eine Entscheidung könnte dann im Sommer 2015 fallen. Der Naumburger Dom beherbergt die berühmten Stifterfiguren, die neben anderen Markgräfin Uta von Naumburg zeigen.

"Die Kulturlandschaft an Saale und Unstrut darf für sich den Anspruch erheben, von einzigartiger Bedeutung für das Verständnis einer Epoche - der des europäischen Hochmittelalters - zu sein", erklärte Dorgerloh.

Der Oberbürgermeister von Naumburg, Bernward Küper (CDU), sagte: "Die Geschichte ist dort mit Händen greifbar." Rund um den Naumburger Dom habe sich im Mittelalter eine Landschaft entwickelt, die einzigartig auf der Welt sei. Der Landrat des Burgenlandkreises, Harri Reiche (parteilos), sagte, nicht nur das ausgewählte Gebiet, sondern die gesamte Region stehe hinter dem Aufnahmeantrag.

An dem rund 2000 Seiten umfassenden Antrag wurde bereits seit 2008 gearbeitet. Er besteht aus drei Bänden und enthält auch eine Wissenschaftliche Analyse und einen Managementplan. Die Aufnahme in die Welterbeliste hat eine hohe symbolische Bedeutung und kann den Tourismus fördern. Zugleich verpflichten sich die betroffenen Regionen, die Welterbestätten zu erhalten.

In Sachsen-Anhalt sind bereits die Altstadt von Quedlinburg, die Luther-Gedenkstätten, das Bauhaus in Dessau und das Gartenreich Dessau-Wörlitz auf der Liste. Die Franckeschen Stiftungen in Halle haben sich ebenfalls beworben. Hier wird im Jahr 2016 mit einer Entscheidung gerechnet.