Beetzendorf l Der Beschluss des Beetzendorfer Gemeinderates, sich auch für die ehemaligen Flächen der Bahn das Vorkaufsrecht zu sichern, ist bei Gerhard Curth, Chef der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE), gelinde gesagt auf Verwunderung gestoßen. „Ich finde diese Art und Weise nicht in Ordnung“, betonte er. Ein Artikel in der Volksstimme zu dem Thema hatte ihn auf den Plan gerufen. Darin wird darüber berichtet, dass sich die Gemeinde künftig auch die Areale sichern will, die die DRE noch bis 2024 gepachtet hat. „Die Bahnstrecke ist immer noch ein öffentlicher Verkehrsweg“, sagte Curth. Aus seiner Sicht sei es unerhört, so zu agieren. „Über die brachliegenden Flächen hätten wir ja reden können, aber mit uns hat sich Gemeinde nicht in Verbindung gesetzt“, erklärte der Geschäftsführer.

Interesse an Güterverkehr auf der Streck

Die Gleise würden, wenn auch nur sporadisch, für den touristischen Verkehr genutzt, so auch wieder am dritten Adventswochenende. Viel relevanter sei allerdings das Interesse an einem Güterverkehr aus der heimischen Wirtschaft. Er rechne fest mit einer Wiederbelebung dahingehend.

„Der Ratsbeschluss weckt Hoffnungen in der Bevölkerung, aber das ist ein Irrweg“, schätzt Curth ein. Der Gemeinderat hofft, nach einem Erwerb der Flächen und einer Demontage der Gleise und Anlagen dort Bau- und Gewerbegebiete ausweisen zu können.

Laut Infrastrukturgesetz bleibe die Strecke so lange ein Verkehrsweg bis sie entwidmet ist. Sollte sich der Bahnverkehr, in welchem Umfang auch immer, dort wieder etablieren, werde es nach 2024 eine neue Ausschreibung geben. Auf der neuen gesetzlichen Grundlage erfolge die Verpachtung dann gleich für 50 Jahre.

Aus seiner Sicht wäre das Thema einvernehmlich zu regeln gewesen, aber die Gemeinde scheine kein Interesse daran zu haben. Der Beschluss sei nach seiner Meinung zudem überflüssig, da die Kommune nach einer Entwidmung der Bahnstrecke ohnehin das Vorkaufsrecht habe, erklärt Gerhard Curth im Volksstimme-Gespräch.