Havelberg l Insbesondere sind es die Kinder aus Flüchtlingsfamilien, an die die Havelberger Gymnasiasten in der Vorweihnachtszeit denken. „Die Schüler sind von ganz alleine mit ihrer Idee an mich herangetreten, haben mich praktisch nur um Unterstützung bei deren Umsetzung gebeten“, erzählt Marina Pokorny, Klassenlehrerin der Klasse 10.2, die seit Jahren immer konstant 20 Schüler zählt.

Wer schenkt den Kindern in der Klietzer Erstaufnahmeeinrichtung schon etwas zu Weihnachten? Das Fest wird für die Kleinen mit Sicherheit nicht so schön ausfallen, wie es die meisten deutschen Kinder und Jugendlichen gewohnt sind, dachten sich die Zehntklässler und ergriffen aus diesem Grund selbst die Initiative. Geschenkbeutel mit vielen nützlichen Dingen – Malheften, Buntstiften, Spielzeug, Schals für den Winter und anderem mehr – wurden gepackt und mit in die Schule gebracht. Marina Pokorny telefonierte mit dem DRK und vereinbarte einen Übergabetermin. Am Montag war es soweit. Mitarbeiter des Roten Kreuzes werden nun bald für strahlende Kinderaugen sorgen, wenn sie, als Weihnachtsmann „getarnt“, die Überraschungsbeutel an die Jüngsten in der Flüchtlingsunterkunft weitergeben. Und sicherlich werden sie den Empfängern dabei auch nicht verheimlichen, wem sie all die schönen Geschenke zu verdanken haben.

Wichtiger Beitrag

Ronald Müller, Schulleiter des Diesterweg-Gymnasiums Tangermünde-Havelberg, hat die Aktion der Klasse 10.2 mit großer Freude aufgenommen. „Die Klasse von Frau Pokorny hat damit Toleranz und Verständnis für andere gezeigt und somit einen wichtigen aktiven Beitrag für den Titel ,Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ geleistet, um den sich das Diesterweg-Gymnasium Tangermünde-Havelberg im Rahmen eines bundesweiten Projektes bewirbt.“ Um dieses Ziel zu erreichen, seien in Tangermünde und Havelberg noch viele weitere solcher Aktionen gefragt.