Althaldensleben l Die Sanierung des evangelischen Gemeindehauses in Althaldensleben geht voran. „Die Entkernung im Obergeschoss ist erfolgt, Wohnungseinbauten und Wände wurden entfernt und das Fachwerk wurde freigelegt. Ein alter Anbau mit Kellereingang ist bereits abgetragen worden“, informiert Pfarrer Jens Schmiedchen. Bei einer Bauberatung mit Architektin Sina Stiebler, Berit Möhring, Baupflegerin im Kreiskirchenamt Magdeburg, und Polier Steffen Behrens machte er sich kürzlich ein Bild vom aktuellen Stand der Arbeiten.

„An der Hauswand auf der Hofseite wurden die Gefache herausgenommen, um das Fachwerk komplett sehen und einschätzen zu können. Jetzt wird es umfangreich instand gesetzt und ergänzt“, berichtet Sina Stiebler. Die Arbeit an der Schwelle und an den Auflegern bilde die größte Herausforderung der Sanierung, so die Architektin.

„Es ist so, wie es immer ist: Viele Schäden sieht man erst, wenn man alles zurückbaut“, fasst Jens Schmiedchen zusammen. Zeit- und Kostenplan seien dadurch jedoch nicht gefährdet. „Aus der Erfahrung heraus haben wir das einkalkuliert“, so die Architektin. Dank der durchschnittlich guten Witterung gingen die Arbeiten gut voran.

Außerdem gibt es auch gute Befunde: Mithilfe von Probeschachtungen wurde die Gründung des Gemeindehauses begutachtet. „Sie sieht gut aus“, so Sina Stiebler.

Fördermittel fließen

Insgesamt soll die Sanierung des Gemeindehauses sowie der angrenzenden Scheune am Kirchgang 758 000 Euro kosten. Dabei wird die evangelische Luther-Kirchengemeinde durch Fördermittel unterstützt. Sie stammen unter anderem aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilszentren“. Der Hintergrund ist folgender: Das Gemeindehaus soll zu einem Begegnungszentrum werden. In Zusammenarbeit mit einem sozialen Träger könnte zusätzlich sogar ein professionelles Betreuungsangebot geschaffen werden.

„Wir wollen etwas schaffen mit einem Mehrwert für Althaldensleben und darüber hinaus. Ein Haus, das jedermann offen steht“, hatte Jens Schmiedchen bereits im November gegenüber der Volksstimme erklärt.

Bisher habe sich noch kein Partner gefunden. „Wir halten den Kontakt mit den bisherigen Interessenten. Darüber hinaus sind einige neue hinzugekommen“, gibt Jens Schmiedchen den derzeitigen Stand wieder. Noch im Januar solle es Vor-Ort-Termine geben.

Zum Alter des Hauses gibt es ebenfalls neue Erkenntnisse: Bisher war man davon ausgegangen, dass das Fachwerkhaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt. Tatsächlich ist es deutlich älter. „Das Gebäude wurde 1722 als Dorfschule errichtet. Um das Jahr 1850 herum wurde es zum evangelischen Gemeindehaus umgebaut. In den 1980er Jahren wurde das Obergeschoss zu Wohnzwecken umgestaltet und erweitert“, erklärt Sina Stiebler. „Durch die Entkernung kann man die verschiedenen Bauphasen jetzt gut erkennen.“

Die derzeitige Sanierung soll nach Angaben der Architektin voraussichtlich im Herbst 2016 abgeschlossen sein.