Barleben l Mit einem Klarinettenstück von Solistin Josephine Landmann vom Barleber Ecole-Gymnasium ist der Neujahrsempfang in Barleben am vergangenen Sonnabendvormittag offiziell eröffnet worden. Zahlreiche Gäste waren der Einladung von Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff gefolgt. Unter ihnen waren neben Vertretern von Vereinen, Verbänden und Initiativen auch Unternehmer sowie Kommunal, Kreis- und Landespolitiker. Gefeiert wurde diesmal nicht in der großen Mittellandhalle, sondern aufgrund der Haushaltslage in kleinerem Rahmen und gegen einen Teilnahmebeitrag und mit Hilfe von Sponsoren im Gemeindesaal.

In seiner Neujahrsansprache richtete Franz-Ulrich Keindorff seinen Blick auf den Weg, den er mit der Gemeinde im angebrochenen Jahr beschreiten wolle. „Weit nach vorn gehen, weit kommen, das ist ein gutes Ziel für ein neues Jahr“, sagte er. Barleben als Wirtschaftsstandort spiele eine sehr wichtige Rolle. „Diesen Weg wollen wir gemeinsam mit allen, in erster Linie aber unbedingt mit den ortsansässigen Unternehmen, gehen“, betonte der Bürgermeister. Die Gemeinde habe im vergangenen Jahr große finanzielle Herausforderungen meistern müssen. Es habe keinen Tag gegeben, sagte Keindorff, an dem die Haushaltslage mit der nicht genehmigten Haushaltssatzung die Verwaltung nicht beschäftigt habe.

Der Gemeindechef kritisierte in Bezug auf die Belastung der Gemeindekasse die Höhe der Finanzausgleichgesetzes-Umlage in Höhe von fünf Millionen Euro jährlich, die Barleben an das Land hat zahlen müssen. „Als Solidarbeitrag für andere Kommunen – oder doch für die Sanierung des Landeshaushaltes?“, fragte er rhetorisch und erwähnte auch Mehrkosten, die mit der Umsetzung des neuen Kinderförderungsgesetzes einhergehen würden, sowie den Einbruch der Gewerbesteuer und dessen Folgen. „Die gestiegenen Grundsteuern oder die kaum noch mögliche Unterstützung der Vereine spürt jeder Bürger.“

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Als positive Entwicklung nannte Keindorff unter anderem die niedrige Arbeitslosenquote im Bezirk Wolmirstedt, zu dem auch Barleben gehört, von 5,3 Prozent. „Von dieser guten Wirtschaftslage werden wir als Gemeinde in den nächsten Jahren wieder mehr profitieren.“ Investitionsprojekte wie beispielsweise die Bauvorhaben im Technologiepark Ostfalen und ortsansässiger Firmen würden den Wirtschaftsstandort Barleben weiter stärken. In der Gemeinde selbst stehe investitionstechnisch der geplante Neubau der Kindertagesstätte in Ebendorf weiterhin ganz oben auf der Vorhabenliste. Die Gemeinde hoffe auf einen positiven Fördermittelbescheid. „Ich werde alles daran setzen, Barleben im vor uns liegenden Jahr erfolgreich weiterzuentwickeln“, war ebenfalls in der Rede zu hören.

Als einen Höhepunkt im vergangenen Jahr nannte Keindorff die 1050-Jahr-Feier in Ebendorf und lobte das Engagement der Organisatoren und aller ehrenamtlich Tätigen in der Einheitsgemeinde. Eine der Herausforderungen im laufenden Jahr stelle die Aufnahme von Asylsuchenden dar, auch in der Region. „Ich finde es großartig, dass sich hier vor Ort schon einige Bürger in der Flüchtlingsbetreuung engagieren“, betonte der Bürgermeister.

Nach dem zweiten von insgesamt drei Klarinetttenstücken nutzten einige Gäste, unter anderem Innenminister Holger Stahlknecht und Landrat Hans Walker, die Gelegenheit für Grußworte.

Bevor sich die Besucher in der Begegnungsstätte einen Imbiss schmecken lassen durften, wurden im Gemeindesaal noch vier Gäste ausgezeichnet: Andreas Ibe vom FSV Barleben 1911, Landwirt Joachim Dorendorf und Ebendorfs Vize-Ortsbürgermeister Wido Wischeropp für ihr gemeinnützige Engagement und Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen für seinen Einsatz für die gelebte kommunale Freundschaft zwischen den Partnergemeinden.