Salzwedel l Am Freitag fährt Vorstandsvorsitzender Dietrich von Gruben mit einer Expertenkommission nach Hamburg, um einen Steinway-Flügel der Größe B 211 für das Kunsthaus zu kaufen. Der Preis dürfte zwischen 45 000 und 55 000 Euro liegen. Bei der Einweihung des Kunsthauses erklangen in der restaurierten Aula Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ auf einem Steinway & Sons. Der gehörte der Stiftung allerdings nicht, sondern musste für 1400 Euro in Berlin ausgeliehen werden. Dass dies kein Dauerzustand sein kann, war Dietrich von Gruben und seinen Kollegen vom Stiftungsvorstand schnell klar. „Nachdem wir das letzte Klavier mit fünf Mann eigenhändig und unter Aufwendung unserer letzten Kraftreserven über das Treppenhaus in die Aula gebracht haben, war klar, dass nun eine Entscheidung fallen musste“, sagte von Gruben auf Anfrage der Volksstimme.

Experten helfen bei der Auswahl

Die Wahl fiel auf einen Flügel Marke Steinway der Größe B 211. Heute fahren von Gruben, Arkadi Zenzipér, Konzertpianist und Musikprofessor an der Hochschule Dresden, seine Frau Tanja Zenzipér, die ebenfalls Pianistin ist, sowie die Konzertpianistin Lisa Ilina, die bereits im Kunsthaus das Eröffnungskonzert gespielt hat, nach Hamburg. „In der Fabrik Steinway suchen wir unter vier Flügeln den besten aus“, sagt von Gruben, der aber auch zugibt: „Mit wenigen Entscheidungen haben wir so laboriert, wie mit der Anschaffung des Flügels für das Kunsthaus.“

Schließlich sei der Kauf eines Flügels keine Anschaffung für einen, sondern für viele Pianisten, die in den nächsten Jahren im Kunsthaus spielen werden. Der Flügel sei das einzige stationäre Instrument, das vom Kunsthaus gestellt wird. Alle anderen Musiker bringen ihre eigenen Instrumente mit. Bei einem Klavier oder Flügel sei das jedoch nicht möglich.

Ein neuer B 211 kommt allerdings nicht in Frage, denn dafür müssten zwischen 90 000 und 95 000 Euro auf den Tisch des Hauses gelegt werden. Solch eine Summe kann die Kunststiftung nicht stemmen, deshalb soll ein gebrauchter Flügel gekauft werden.

Über den Preis hüllt sich von Gruben jedoch in Schweigen. Doch man davon ausgehen, dass sich die Summe zwischen 45 000 und 55 000 Euro bewegen wird. Die Stiftung hat einige Spenden bekommen und die Firma Kraiburg Relastic in Salzwedel hat laut von Gruben einen fünfstelligen Betrag bereitgestellt. „Das hat uns Mut gemacht, über die Zeit noch Geld zu bekommen, mit dem wir den Flügel dann ganz abbezahlen können. Wir danken den Spendern und bitten alle Kunstliebhaber, zu überlegen, ob eine finanzielle Hilfe möglich ist. Bei Spenden bitte Stichwort Flügel angeben“, erklärt der Vorstandsvorsitzende.

Das Instrument soll im Juni geliefert und dann in einem würdigen Rahmen eingeweiht werden. „Wenn wir am 3. Juni die Wechselausstellung präsentieren und der Flügel dann im Haus ist, ist die Kunstetage fast komplett.“ Dies alles mit Leben zu erfüllen und den Menschen Erlebnisse zu verschaffen – sei dann die Herausforderung, der sich das Kunsthausteam und die Helfer stellen wollen.

„Stück für Stück kommen wir voran. Und unsere größte Freude sind die Besucher und Gäste, die uns mit ihrer Begeisterung und ihrem Lob immer wieder motivieren“, sagt von Gruben.