Nowosibirsk l Alles war bis ins Detail vorbereitet. Nur eine Kleinigkeit haben die russischen Ornithologen nicht einkalkuliert. Jetzt steht ihr Projekt, das Flugrouten von Steppenadlern erforschen soll, vor dem Ruin. Schuld ist Adlerweibchen Min, einer von 13 geflügelten Probanden. Die Forscher hatten alle Vögel mit Sendern ausgestattet, die die Positionsdaten der Tiere in regelmäßigen Abständen per sms in die Zentrale schicken sollten.

Adlerweibchen Min also verließ Russland Richtung Kasachstan, segelte hier tagelang durchs Funkloch. Dann weiter in den Iran, wo es plötzlich wieder ein Mobilfunknetz gab. Jetzt wurden die in Funklochregionen angestauten mehrere hundert sms automatisch auf einen Rutsch rausgeschickt. Mit saftigen Roaminggebühren. Denn die Forscher hatten für die Sender nur Mobilfunkkarten mit Inlandstarifen gekauft.

Zumindest manche Adler fliegen also erheblich weiter als die Experten vermutet hatten. Die haben jetzt auch gleich das nächste Projekt auf der Agenda: Wo kriegen wir Geld her, um die Mobilfunkrechnung zu bezahlen...