München (dpa/tmn) - Die Zeitung kommt per Abo täglich in den Briefkasten. Digitalabos für Musik- oder Film-Streamingdienste werden immer populärer. Neuerdings gibt's auch das E-Auto im Abo. Die Mischform mixt Leasing, das hierzulande eher von Gewerbetreibenden genutzt wird, und den klassischen Mietwagen.

Das Geschäftsmodell kommt aus den USA, je kürzer die Abo-Dauer, umso höher die Raten. In der Regel laufen die Abos sechs bis zwölf Monate mit einer Flatrate, die Nutzung, Versicherung, Steuer, Inspektionen, Prüfplakette und sogar jahreszeitenbedingte Radwechsel beinhalten.

Abo, Kauf, Leasing oder Finanzieren - viele Wege führen zum Auto

Bei einigen Anbietern sind die Fahrzeuge, wie bei Mietwagenfirmen, in Kategorien eingeteilt. Und man kann während des Abos sogar innerhalb der Kategorie den Wagen wechseln. Der Vorteil: Es muss weniger Eigenkapital aufgebracht werden. "Entscheidend ist das persönliche tägliche Mobilitätsverhalten", gibt Karsten Neuberger vom Lehrstuhl für allgemeine BWL & Mobilität der Universität Duisburg-Essen zu bedenken. Im Gegensatz zum Car-Sharing steht das Auto bei Barkauf, Finanzierung oder eben Leasing oder Abo permanent parat.

Generell sei ein wesentlicher Bestandteil des Abo-Angebots die Versicherung: Die Prämien seien bei Kauf oder Leasing das, was sich je nach Nutzer am stärksten individuell verändere, im Gegensatz zum Wertverlust, der beispielsweise unabhängig davon sei, wer fährt oder welches Alter der Fahrer hat. "Da beim Abo ein Pauschalpreis gezahlt wird, ist auch die Versicherung pauschal, es spielt keine Rolle, ob ich seit 30 Jahren unfallfrei fahre und daher einen sehr niedrigen Tarif, oder als Fahranfänger einen hohen individuellen Versicherungstarif zu zahlen hätte", erläutert Neuberger.

Das Abo sei daneben auch vor allem interessant, wenn man Flexibilität wünsche. Aber: "Je flexibler das Angebot, umso höher die Preise. Ist eine längere Haltedauer möglich, könnte Leasing attraktiver sein, da hier bei Laufzeiten in der Regel von drei bis vier Jahren die monatliche Rate und auch die Gesamtkosten deutlich günstiger sind."

Unverbindlicher die neue Technik testen

Doch auch E-Leasingangebote für Privatnutzer werden immer beliebter und dienen dazu, die "Hemmschwelle" für den Wechsel aufs E-Auto zu senken. "Es ist eine psychologische Stütze, vor allem für Erstnutzer, Kunden also, die noch keine Erfahrung mit E-Mobilität haben", vermutet Josef Reitberger. Der Chefredakteur des Elektromobilitätsportals "Efahrer.com" verweist auf "erstaunliche Leasingraten", da die Logik umgedreht werde.

Normal gelte: "Je länger ich lease, umso niedriger die Leasingrate. Da aber die Förderung eingerechnet wird, gibt es beispielsweise den Plug-in-Hybrid Passat GTE auf zwei Jahre gerechnet für 99 Euro im Monat." Noch günstiger kann man demnach aktuell reine E-Autos leasen, da die Förderung höher ist. Aber er warnt: "Bei diesen spektakulär günstigen Verträgen muss man auf das Kleingedruckte achten."

Der ADAC will mit eigenen Angeboten, aber auch grundsätzlichen Leasingempfehlungen die Angst vor dem E-Auto nehmen. "Die technischen Entwicklungszyklen bei E-Autos sind derzeit so schnell, dass Leasing, zum Beispiel im Dreijahresturnus, attraktiv ist", erklärt Buric. "Der Verbraucher hat immer ein Auto, das up to date ist." Er rät, grundsätzlich bei allen Leasingangeboten darauf zu achten, ob man einen Vertrag mit oder ohne Anzahlung abschließt.

Grundsätzlich prüfen sollte man zudem, ob die Batteriemiete inklusive ist oder Zusatzkosten entstehen. Um das Wunschmodell kennenzulernen rät er vor dem Leasing zu einer ausgiebigen Probefahrt, auch um mit dem Aufladen des Autos klarzukommen.

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