Schollene l Im Frühling geht es mit der Trockenlegung des Mauerwerkes weiter. Und dann ist längst noch nicht Schluss. Es soll noch weitere drei Bauabschnitte und somit drei Jahre dauern, bis alle Pläne in die Tat umgesetzt sind. Aber die Geduld wird sich lohnen. Denn am Ende ist es nicht mehr nur ein Pfarrhaus, sondern auch ein „Haus der Begegnung“.

Die Gemeindekirchenratsvorsitzende Birgit Lewerenz und Pfarrer Ralf Euker sind voller Vorfreude. Und Dankbarkeit. Denn realisiert werden kann die Verjüngungskur nur mit Fördermitteln. Die gibt es zu 75 Prozent aus dem euopäischen Leader-Programm aus dem Topf „Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes“, die übrigen 25 Prozent bringt die Kirche selbst auf. Bauherr ist die Kirchgemeinde Schollene-Molkenberg im Pfarrbereich Schönhausen.

Leader-Fördermittel

Finanziell bedeutet das für den bewilligten und nun in Angriff genommenen ersten Bauabschnitt: 106 000 Euro Fördermittel und 35 400 Euro Eigenmittel. Dafür gibt es ein neues Dach, das feuchte Mauerwerk wird im Frühling trockengelegt und die aus DDR-Zeiten stammende Überdachung über dem Balkon wird zurückgebaut. „Bis jetzt läuft alles wie am Schnürchen“, ist Bauleiter Thomas Tannhäuser aus Schönhausen sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalbehörde des Landkreises und auch mit dem Baufortschritt am über 400 Quadratmeter groen Dach. Die Dachdeckerfirma wird noch knapp zwei Wochen zu tun haben, bis das neue Mansardendach samt fünf Fledermausgauben fertig ist.

Im zweiten Bauabschnitt kommt dann die Fassade dran: Putz, Farbe und Fenster werden hergerichtet. Hierfür sind die Leader-Fördermittel bereits beantragt.

Im darauffolgenden Jahr soll dann im dritten Abschnitt die Zuwegung samt Barrierefreiheit hergestellt werden, „das ist in einem Dorf mit so vielen Älteren und auch körperlich beeinträchtigten Menschen nötig“, richtet Birgit Lewerenz den Blick auf den benachbarten Seniorenwohnpark und die GIW-Wohnanlage auf dem Mühlenberg.

Haus der Begegnung

Zum Schluss im vierten Abschnitt geht es dann nach drinnen, wo unter anderem die Sanitäranlagen zu modernisieren sind. Denn das Pfarrhaus soll zwar weiterhin für die Gottesdienste im Winter, für Gemeindeabende und die Treffen verschiedener Gemeindekreise und des Gemeindekirchenrates genutzt werden, aber es soll noch mehr dazu kommen. „Wir wollen ein ,Haus der Begegnung‘ schaffen“, sagt Birgit Lewerenz und denkt beispielsweise an Schollener Vereine, die hier Platz finden könnten. „Dazu werden wir noch Gespräche führen. Wer Interesse hat, kann sich auch gern bei mir melden.“ Ralf Euker fügt an, dass das Haus mit noch mehr Leben gefüllt und vielfach genutzt werden soll, „je mehr und öfter, desto besser!“

Die beiden Wohnungen im Obergeschoss bleiben erhalten.

Zuletzt hatte in dem um 1920 gebauten Haus Pfarrer Mosdorf mit Familie gelebt, zuvor viele Jahre Pfarrer Brix.