Fischbeck l Es ist nicht schön, aber effektiv. Die alten Matten, auf denen eigentlich die Kühe in den Ställen der Agrargenossenschaft stehen, bieten wirksamen Schutz vor dem Biberfraß an den großen Bäumen am Tankstellen- oder auch Dreiecksloch genannten Gewässer, das sich an der alten B 188 Richtung damaliger Elbbrücke befindet. „Gewässer“ allerdings kann man dazu kaum mehr sagen. Das Loch ist ausgetrocknet, viele Bäume abgestorben – bei Herbstnebel herrscht Endzeitstimmung.

Alte Matten schützen

Letztes Jahr hatte die Gemeinde schnell gehandelt und die angenagten Bäume mit den Matten umwickelt. Inzwischen musste das auch mit den Bäumen auf der anderen Straßenseite erfolgen. Auch mit Draht versucht man, den Biber fern zu halten. Aber er sucht sich neues „Futter“. Und zwar derzeit am Weg, der vorbei am Durchlass unter der B 188 zum Deich führt. Von den hier vor ein paar Jahren gepflanzten Eichen liegen schon etliche um, viele sind angenagt. „Schlimm!“ findet es Bürgermeister Bodo Ladwig, als er sich zusammen mit der Volksstimme den neuesten Schaden ansieht. „Wir werden wieder umgehend reagieren.“ Montag werden Gemeindearbeiterin Katrin Trümper und Team wieder Matten bei der Agrargenossenschaft besorgen und dann loslegen. „Aber wir als Gemeinde sind damit einfach überfordert. Da müssten wir Tag und Nacht unterwegs sein, um ständig alle Bäume zu kontrollieren und zu schützen. Hier muss eine dauerhafte Lösung gefunden werden.“

Keine Handhabe

Hilfe vom Umweltamt des Landkreises ist aber nicht zu erwarten. „Wir haben gegen den Biber, der an vielen Stellen im Landkreis Schaden anrichtet, keine Handhabe und auch keine Lösung“, so Stefan Feder, Sachgebietsleiter Wasser und Naturschutz. „Der Biber steht auf der roten Liste und somit unter höchstem Schutz. Auch das Umsetzen bringt nichts, da ist morgen ein neuer da. Eigentlich ist es untypisch, dass er wie bei Fischbeck an die Rot- eichen geht. Am liebsten frisst er Weide. Was die Fischbecker da mit den Matten machen, ist eine gute Lösung.“ Generell alle Bäume einzuhausen, sei nicht möglich.

Bilder

Wenn im kommenden Jahr am Tankstellenloch die bei der Flut abgestorbenen Bäume ersetzt werden, erhalten sie sowohl einen Biber- als auch einen Maulwurfschutz, berichtet Bodo Ladwig. Er hofft auch, wie die Angler, dass das Gewässer bald wieder Wasser hat. Die noch lebenden Fische waren letztes Jahr umgesetzt worden.