Erxleben l Singen gegen den baulichen Verfall von Schloss II in Erxleben. Um die einzigartige Burganlage im Herzen der Gemeinde bemühen sich seit einigen Jahren Erxleber Bürger und Vereine, aber auch das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg mit national und international besetzten Workshops.

Die Erxleber Christuskirche bot aus diesem Grund den glasklaren Stimmen der rund 60 Sängerinnen und Sänger eine hervorragende Kulisse und Akustik. Der Kinderchor des Landesmusikgymnasiums Wernigerode unter der Leitung von Rainer Fiala gastierte mit Musik aus mehreren Jahrhunderten und von mehreren Kontinenten dieser Erde zu einem Benefizkonzert zugunsten von Schloss II.

Landtagspräsidentin war zu Gast

Die weitläufige Anlage der einstigen Wasserburg geht auf das 12. Jahrhundert zurück und war Hauptwohnsitz der Adelsfamilie von Alvensleben. Nach einer Erbteilung in der weißen, roten und schwarzen Linie entstanden Schloss I (heute Außenstelle der Verbandsgemeinde Flechtingen) und Schloss II, das seit Jahrzehnten dem Leerstand preisgegeben war, nachdem eine Schule zugunsten eines Schulneubaus und Wohnungen Auszug gehalten hatten. Weil Schloss II mit seiner gesamten Anlage den Gesamtcharakter wesentlich prägt, unterstützt auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Erhalt des Bauwerkes seit nunmehr 20 Jahren.

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Dank des Deutschen Fachwerkzentrums und dem Verein zur Rettung der Erxleber Schlossanlagen ist es gelungen, dem dreigeschossigen Gebäude wieder Leben einzuhauchen und durch eine Reihe von Aktionen, Arbeitseinsätzen und Veranstaltungen in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken.

„Singen macht die Herzen fröhlich und öffnet Türen“, begrüßte Andreas Trelenberg, ordinierter Gemeindepädagoge im Pfarrdienst, die Gäste im Gotteshaus nach einem ersten Gesangsstück aus der französischen Renaissance. Unter anderem waren Gabriele Brakebusch, die Präsidentin des Landtages von Sachsen-Anhalt, neben Fachwerkzentrum-Geschäftsführerin Claudia Hennrich und Erxlebens Bürgermeister Gerhard Jacobs der Einladung gefolgt.

Nach einigen geistlichen Liedern aus Deutschland, Norwegen und Amerika widmete sich der Chor, für den eigens eine Bühne in Treppenformat im Altarbereich aufgebaut worden war, auch dem deutschen Volksliedgut wie „Wenn ich ein Vöglein wär“ oder „An der Saale hellem Strande“. Mit einer temperamentvollen und rhythmischen Einlage der australischen Aborigines leitete Chor auf eine instrumentale Einlage über. Die Schüler lernen nämlich im Rahmen ihrer musikalischen Ausbildung nicht nur singen, sondern auch Instrumente spielen. Nach dem Konzert konnten die Besucher und Sänger noch bei Kaffee und Kuchen im Gotteshaus verweilen und miteinander ins Gespräch kommen.