Hut, Bart und Brille sind sein Markenzeichen. Er ist sympathisch und bescheiden. Viele kennen ihn erst seit der ersten Staffel von Xavier Naidoos Fernsehsendung „Sing meinen Song“. In den letzten Jahren hat sich Gregor Meyle aber bereits in hunderten Live-Auftritten in Clubs, Stadthallen und auf großen Open-Air-Bühnen eine treue Fangemeinde erspielt. Am 21. Dezember tritt der Musiker im AMO in Magdeburg auf. Vorab beantwortete er einige Interviewfragen.

Biber: Gold für die Studioalben „New York-Stintino“ und „Meile für Meyle“, die erste eigene TV-Sendung, ein „Echo“ und der Deutsche Fernsehpreis – es lief in den letzten Jahren ziemlich gut für Sie. Bringt der Erfolg die Angst mit sich, dass die Glückssträhne auch mal zuende gehen könnte?

Gregor Meyle: Angst ist erstmal der schlechteste Ratgeber, den man haben kann. Ich bin zwar sehr dankbar, soviel erreicht zu haben. Der eigentliche Erfolg ist aber, dass immer noch Leute zu den Konzerten kommen und mittlerweile über 20 Familien davon leben können. Man muss neugierig und offen bleiben. Ich selbst denke ja nie, jetzt hab ich es geschafft, sondern es gibt viele Schlüsselmomente, auf die ich gerne zurückblicke. Letztlich zeigt mir jeder Abend auf der Bühne, wie viel ich geschafft habe.

Biber: Auf Ihrem Album „Die Leichtigkeit des Seins“ gibt es den Song „Das nennt man Glück“. Was bedeutet für Sie persönlich Glück, und in welchen Momenten spüren Sie es am deutlichsten?

Gregor Meyle: Auf dem Album „Die Leichtigkeit des Seins“ gibt es diesen Song, der erstmal ziemlich banal um die Ecke kommt. Ich bin einfach glücklich, wenn alle um mich rum happy sind. Diese Momente, wenn man‘s genau nimmt, gibt es gar nicht so häufig. Man muss sie bewusst zelebrieren. Nur ein Leben ist eigentlich viel zu kurz dafür. Ich bin ein Genießer, kann aber auch malochen wie ein Pferd, deshalb „carpe diem“.

Biber: Sie kommen aus Backnang, einer Kleinstadt in Baden-Württemberg. Brauchen Sie die Ruhe abseits der Großstadt, um kreativ zu sein?
Gregor Meyle: Ich brauch die Ruhe für mich und meine Familie. Ich liebe lange Spaziergänge und unser Hund auch. Außerdem bin ich das ganze Jahr in Städten unterwegs und bin froh, wenn wir es privat ruhiger haben.

Biber: Sie haben als Teenager in einer „Guns N’ Roses“-Coverband gespielt. Welche Musik hat Sie geprägt?

Gregor Meyle: Da war ich so elf oder zwölf Jahre alt, meine Mama stand im Jugendhaus am Mischpult und hat die Regler geschoben. Meine Mama hatte viele tolle alte Platten, „Simon & Garfunkel“, „Beatles“, Kuschelrock, Eric Clapton. Mich hat die handgemachte Geschichtenerzähler-Musik geprägt, aber auch viel Klassik und Jazz.
Biber: Welche war die erste selbst gekaufte Platte?

Gregor Meyle: Ich glaube, das war „Helloween“ oder Bon Jovi, aber so genau weiß ich es gar nicht mehr.

Biber: Welche musikalischen Träume haben Sie? Mit wem würden Sie gern einmal zusammenarbeiten?

Gregor Meyle: Paul McCartney, Jamie Callum, Amos Lee, Herbert Grönemeyer, Brian Adams, Xavier Naidoo ... die Liste ist lang!

Biber: Sie haben zwei Song-Kochbücher geschrieben. Was kann man sich darunter vorstellen, und woher kam die Idee dazu?

Gregor Meyle: Es sind Songbooks mit den jeweiligen dazu passenden Rezepten, die ich so über die Jahre gesammelt habe. Natürlich sind auch ein paar lustige Anekdoten mit dabei.

Biber: Sie gestalten mit „Meylensteine“ ein eigenes TV-Format – was ist das Besondere an dieser Sendung?

Gregor Meyle: Die Sendung ist ziemlich nah dran, sehr musikalisch und angenehm unspektakulär, eben einfach entspannt.

Tickets

Eintrittskarten für das Konzert mit Gregor Meyle am 21. Dezember, 20 Uhr, im AMO Magdeburg sind bei biber ticket erhältlich.