Das Theaterstück „Das Vorzimmer der Liebe“ spielt im Wartezimmer eines Paartherapeuten. Dort geht es lustiger zu, als man glaubt, beweist das Theater Poetenpack mit seinem neuen Stück.

Liebesliederschlacht im Wartesaal eines Paartherapeuten“. Für den Biber sprach Karen Schneeweiß-Voigt mit dem künstlerischen Leiter und Schauspieler Andreas Hueck und dem Regisseur und Autor Kai Schubert.

Biber: Dies ist die erste eigene Stückentwicklung des Theaters Poetenpack. Wie kam es zu dieser Idee?
Andreas Hueck: In der Tat gab es bislang noch wenig eigene Stückentwicklungen. 2003 haben wir versucht, aus dem Roman „Mars“ von Fritz Zorn einen Abend zu gestalten. Der wurde allerdings auch nie in Magdeburg gezeigt und ist nicht so geglückt. Nun haben wir in Kai Schubert einen erfahrenen Dramaturgen, Stückeschreiber und Regisseur gewonnen, der aus unserer Grundidee ein sehr flottes, keckes, witziges und satirisches Stück geschrieben hat, welches durch die Lieder an Tiefe und Empfindsamkeit ergänzt wird.

Biber: Die Musik spielt in „Vorzimmer der Liebe“ eine zentrale Rolle. Verraten Sie uns mehr?
Andreas Hueck: Viele unserer Inszenierungen arbeiten mit Live-Musik. Aber ein Stück von der Musik ausgehend zu entwickeln, schien uns sehr reizvoll. Zuerst gab es eine Auswahl an Liedern und die Idee, daraus ein Chanson-Programm zu entwickeln. Die Besetzung stand ziemlich schnell fest, und gemeinsam kamen wir auf die Grundidee, dass sich zwei Paare im Vorzimmer eines Paartherapeuten treffen, denn das Thema der meisten Lieder ist natürlich die Liebe. Kai Schubert hat uns aus dieser Idee wunderbare Dialoge geschrieben, durch die kaleidoskopartig alle Facetten ins Licht kommen.

Biber: Herr Schubert, Sie führen nicht nur Regie, sondern haben das Stück nach der gemeinsamen Idee geschrieben. Wie sind Sie vorgegangen? Was hat Sie an dem Stoff besonders gereizt?
Kai Schubert: Nachdem wir – die Schauspieler und ich – uns das erste Mal getroffen hatten, bin ich mit einer ersten Ahnung von fünf sehr unterschiedlichen Figuren nach Hause gefahren. Für diese Figuren habe ich erste Dialoge geschrieben. Bei der nächsten Probe haben wir dann mit diesen Dialogen

herumprobiert. Dadurch sind die Figuren für mich noch dreidimensionaler, plastischer geworden und haben angefangen, miteinander zu reden und zu streiten, so dass ich eigentlich nur noch zuhören und mitschreiben musste …

Biber: Das klingt gar nicht nach Arbeit.
Kai Schubert: Der schwierige Teil der Arbeit bestand darin, aus den vielen, vielen Liedern, die unbedingt in den Abend hinein sollten, eine Auswahl zu treffen und daraus dann eine Geschichte zu bauen. Weil unser Ziel ja gewesen ist, in und mit den Liedern die Handlung weiterzutreiben. Denn auch wenn solo, im Duett, im Terzett und als Quartett gesungen wird: „Das Vorzimmer der Liebe“ sollte ja kein Konzert werden, sondern ein Stück, das eine Geschichte erzählt. Besonders gereizt hat mich dabei, Lieder auch einmal gegen den Strich zu bürsten, Erwartungen an Songs zu erfüllen – und dann wieder zu brechen.

Biber: Was genau erwartet die Zuschauer?
Andreas Hueck: Es wird ein amüsanter Abend, da bin ich sicher, der durch die Musik auch seine eigene Schönheit bekommen wird. Viele bekannte Stücke sind dabei, von Bernstein, Offenbach, Mozart, Aznavour, Brel, Klaus Hoffmann und den Beatles, um nur einige zu nennen. Ein bunter Strauß, der durch eine clevere Handlung einen Spannungsbogen bekommt, so dass jeder Liebeserfahrene sich wiederfinden kann.

Biber: Herr Hueck, das Theater Poetenpack tritt nun schon seit vielen Jahren im Gesellschaftshaus Magdeburg auf. Was verbinden Sie mit diesem Spielort?
Andreas Hueck: Wir haben in Magdeburg eine lange Tradition. Im kommenden Jahr werden wir unser 20-jähriges Bestehen feiern. Unter anderem mit den „13 Monaten“, die wir zu Beginn, vor 20 Jahren, schon im Remter des Magdeburger Doms aufgeführt haben. Das Gesellschaftshaus hat uns 2006 ein wunderbares Ambiente für das für uns neu geschriebene Stück „Mozart und Casanova“ geliefert, „Händels Frauen“ haben wir 2010 aufgeführt, und im vergangenen Jahr waren wir mit dem Tucholsky-Programm „Nein, zärtlich bist Du nicht!“ zur Eröffnung der Literaturwochen im Gartensaal. Wir freuen uns jetzt auf die acht Vorstellungen, mit denen wir im Herbst in Magdeburg unsere Spielheimat finden.

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